Grundeinkommen: Der Mensch sucht nach Arbeit und Beschäftigung

Foto: Stefan Bohrer / Flickr

Eine Arbeit finanziert nicht nur eine Existenz. Sie stiftet dem Dasein einen Sinn, schafft Identität und gibt damit Zufriedenheit. So überraschen die Ergebnisse einer Studie der Bertelsmann-Stiftung wenig. Dieser zufolge würde eine Mehrheit auch dann immer noch zur Arbeit gehen, wenn sie eine hohe Geldsumme gewinnen würde. Etwa 55% der Befragten würden ihre berufliche Tätigkeit nicht aufgeben.

Familie und Partnerschaft wichtiger als Arbeit

Für die Menschen in Deutschland genießen “Arbeit und Beruf” nach “Familie und Partnerschaft” eine sehr hohe Bedeutung. Auf Platz drei und vier folgen weit abgeschlagen “Freizeit” und “gesellschaftliches Engagement”. Im Altersvergleich gibt es nur minimale Verschiebungen bei diesen Werten.

“Eine besondere, wichtige Bedeutung hat Arbeit in der Gruppe der alleinstehenden, eher männlichen und älteren Befragten. In der Gruppe, in der Arbeit die geringste Bedeutung aufweist, das sind 25% der Befragten, befinden sich dem gegenüber häufig Frauen, die in Teilzeit arbeiten und in einer Partnerschaft leben.”, heißt es in der Studie “Bedeutung der Arbeit”, die mit Unterstützung der GfK Verein durchgeführt wurde.

Die Motivation zur Weiterarbeit verändert sich im Alters- und Geschlechtervergleich. Während 60% der befragten Frauen ihre Arbeit trotz hohen Geldgewinn nicht aufgeben würden, beträgt dieser Wert bei Männern 50%. “Bei jungen Erwerbstätigen zwischen 18 und 29 Jahren nivelliert sich dieser Unterschied. Hier gibt es kaum geschlechterunterschiede beim Antwortverhalten.“, stellen die Autoren fest. Im Altersvergleich fällt auf, dass diese Zustimmung für Arbeit mit zunehmenden Alter sinkt.

Arbeitslosengeld-Bezieher liegen nicht auf der faulen Haut

Deutlich größer fallen die Unterschiede aus, wenn man das Bildungsniveau der Befragten betrachtet. 45% der Befragten mit einem geringen Bildungsniveau würden ihrer Arbeit weiterhin treu bleiben, auch wenn sie eine Geldsumme gewinnen. Dieser Wert beträgt bei Personen mit hohem Bildungsniveau 64%.

Mit Blick auf das Verhältnis von Arbeit und geldwerten Leistungen wie Arbeitslosengeld oder Grundeinkommen fasst Volker Oetzel, Pressesprecher der Bertelsmann-Stiftung die Bedeutung der Studie wie folgt zusammen: “Wir möchten mit dem Ergebnis dieser Studie auch einen kleinen Kontrapunkt zur Behauptung setzen, dass Menschen, die Arbeitslosengeld erhalten, auf der faulen Haut liegen würden. Der Mensch sucht nach Arbeit und Beschäftigung. Das zeigt unsere Umfrage deutlich.“

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