Smart Home: Luxus, Fortschritt oder Notwendigkeit?

Foto: EnergieAgentur.NRW (CC BY-SA 3.0)

Lars Hinrichs ist den meisten als Gründer des Business-Netzwerks XING bekannt. Inzwischen ist er auch in den Immobilienmarkt eingestiegen, wie das Nachrichtenportal gruenderszene.de berichtet. In Hamburg baut Hinrichs das “ultimative Smart-Home-Luxusapartment”, heißt es dort, das von wohlhabenden Interessenten für sechs Monate bis drei Jahre gemietet werden kann.

Der Xing-Gründer hingegen setzt bei seinen künftigen Mietern etwas anders voraus: “Jeder, der ein Smartphone bedienen kann, ist für mich ein geeigneter Mieter”, wird er in der Süddeutschen Zeitung zitiert. Denn das Smartphone ist tatsächlich notwendig, wer in einem der Luxus-Apartments leben möchte.

Wird der Briefkasten vom Briefträger mit Post gefüttert, bekommt dessen Inhaber eine Nachricht auf seinem Handy. Will die Managerin den stressigen Tag mit einem heißen Bad abschließen, dann kann sie mithilfe einer App, der Wohnung anweisen, heißes Wasser in die Badewanne zur gewünschten Zeit einzulassen. Doch das ist nicht alles: Schlösser, die mit Bluetooth sich öffnen lassen, Kühlschränke, die Einkaufslisten erstellen und an seinen Bewohner schicken, Fahrstühle, die mit einem Klick auf dem Handy gerufen werden können.

Smart Home ist kein Luxus sondern eine notwendig

Auch wenn das Beispiel vom Xing-Gründer einen solchen Eindruck vermittelt, so ist “intelligentes Wohnen”, wie es im Deutschen oft benutzt wird, kein Luxus-Projekt. Insbesondere im Bereich der Nutzimmobilien kommen seit Jahren Technologien zum Einsatz, die dem intelligenten Wohnen zugerechnet werden können. Zentrale Licht-, Lüftungs- und Heizungssteuerung sind auch in Häusern mit gehobener Ausstattung längst wichtiger Bestandteil. Der Weg in die durchschnittliche Privathaushalte ebnet sich langsam aber sicher.

Akteure aus Wissenschaft, Verbände und Wirtschaft:
[toggles behavior=“accordion“] [toggle title=“Fraunhofer-InHaus-Zentrum“]“In der kreativen Ideenschmiede werden mit kooperativer Forschungs- und Entwicklungsarbeit in verschiedenen, praxisnahem Anwendungslaboren innovative Systeme und Produkte entwickelt, getestet und demonstriert. Aktuell im Fokus stehen dabei die Bereiche Energieeffizienz, Raum- und Gebäudesysteme, die (Weiter-)Entwicklung smarter Mess- und Energiesysteme sowie die Entwicklung zukunftsweisender Produkte und Dienstleistungen für den Gesundheits- und Pflegebereich.“ Link: http://www.inhaus.fraunhofer.de/[/toggle] [toggle title=“iHomeLab an der Hochschule Luzern“]“Das Team des iHomeLabs erforscht, wie man dank intelligenten Gebäuden beispielsweise den Energieverbrauch senken oder älteren Menschen ein längeres Leben in den eigenen vier Wänden ermöglichen kann. Die Resultate der Forschungsprojekte werden im iHomeLab inszeniert, präsentiert und auf verständliche Weise erklärt. Diese entstehen in enger Zusammenarbeit mit der Industrie. Das iHomeLab ist offen für Interessierte.“ Link: www.ihomelab.ch[/toggle] [toggle title=“Smarthome Deutschland e.V.“]“Die SmartHome Initiative Deutschland e.V. hat sich zur Aufgabe gemacht, einen starken und international wettbewerbsfähigen SmartHome-Markt zu fördern und die Bereiche zu bedienen, die die vorhandenen Branchenverbände auf Grund ihrer Strukturen und Branchenfokussierung nicht bedienen können. […] Wir sehen uns als eine Gewerke übergreifende und interdisziplinäre Kommunikationsplattform, die dem aktiven Erfahrungsaustausch zwischen den regionalen SmartHome Organisationen und Anbietern aus Forschung, Entwicklung, Industrie, Handel und Handwerk dient.“ Link: www.smarthome-deutschland.de[/toggle] [toggle title=“DFKI GmbH – Cyber-Physical Systems (CPS)“]“Cyber-physikalische Systeme stellen eine Verbindung zwischen der digitalen (cyber) und der physikalischen Welt her. Bereits heute bestimmen die zunehmende Vernetzung verschiedenster technischer Systeme, ihre Einbettung und wachsende Autonomie in vielen Bereichen unseren Alltag — vom Smartphone über das Auto bis zu Medizintechnik und Cloud Computing.“ Link: www-cps.hb.dfki.de[/toggle] [toggle title=“Fachgruppe Intelligentes Wohnen des Verbands gni“]“Die Initiative Intelligentes Wohnen ist eine Fachgruppe des Vereins Gebäude Netzwerk Initiative GNI. Sie fördert den Bau und die Weiterentwicklung von Smart Homes, indem sie Endkunden informiert und mit ihren Mitgliedern – Herstellern, Systemintegratoren, Planern, Verbänden – zusammenbringt.“ Link: www.intelligenteswohnen.com[/toggle] [/toggles]

Die Gründe dafür lassen sich nicht nur darin finden, den Wohn- und Lebenskomfort zu steigern. Technologien rund ums intelligente Wohnen sind in Anbetracht der demografischen Entwicklung geradezu eine Notwendigkeit geworden. Sie hilft, die Sicherheit und Lebensqualität von Senioren und Kindern zu verbessern. Intelligentes Wohnen kann auch helfen, den steigenden Energiebedarf in den Städten besser zu bewältigen, in dem Energie nicht nur sparsam sondern auch vorausschauend und effizient eingesetzt wird. Auch individualisierte Lebensstile, multilokale Haushalte oder gestiegene Pendlerzahlen verstärken das Kundenbedürfnis nach smart home.

Breites Engagement von Verbänden und Forschungseinrichtungen

Kein Wunder also, dass unter “Smarthome Deutschland” sich Akteure aus Forschung, Verbänden und Wirtschaft zu einer Initiative zusammengeschlossen haben. “Das SmartHome bzw. SmartBuilding passt nicht so recht in die Schablonen der in Deutschland traditionell etablierten Gewerke, Verbände und Ordnungen. Im Gründungsjahr gab es weder für Endkunden noch für Fachhandel oder Handwerk ‘den richtigen Ansprechpartner’, wenn man sich als Kunde oder Unternehmen auf den Weg zum SmartHome machen wollte.”, heißt es auf der Website der Initiative.

Ideen, Produkte und Services rund um smart home verschränken sich zunehmend mit dem smart office, Altenpflege und Gesundheit zu einem Gesamtkonzept, das möglichst alle Lebens- und Arbeitsbereiche der Menschen einschließen möchte.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


*