Minister Dobrindt: “Weg von Datensparsamkeit”

Foto: BM Verkehr und digitale Infrastruktur, Flickr - (CC BY-ND 2.0)

Datenschutz ist ein sensibles Thema in Deutschland. Dies gilt nicht nur seit Google, Facebook und Co., die in Teilen der Öffentlichkeit als Datenkraken verschrien sind. Nicht selten hat sich in den vergangenen Jahren Widerstand gegen sie formiert, wenn Facebook oder Instagram eine Änderung ihrer Geschäftsbedingungen und des Datenschutzes angekündigt haben. Ironischerweise wurden dafür die sozialen Netzwerke als Plattform genutzt, um den Widerstand zu organisieren.

Widerstand gegen Volkszählung 1983

Die organisierte Kritik und öffentliche Sensibilität für den Datenschutz beginnt lange vor dem Internet. Die zunehmende Computerisierung der Verwaltung, die damit verbundenen Skandalen rund um Daten- und Adressweitergabe sowie die Rasterfahndung gegen Mitglieder der Terrorgruppe RAF verstärkten die Skepsis der Bevölkerung gegenüber der breite Sammlung und zentrale Speicherung von Daten. Sie fand ihren Höhepunkt letztlich im breiten Widerstand gegen die Volkszählung von 1983. Zwar wurde die Volkszählung 1987 wiederholt, allerdings gab es ein Umdenken: bis 2011 gab es keine Volkszählung mehr.

Datenreichtum statt Datensparsamkeit

Nun bahnt sich offensichtlich ein weiteres Umdenken an. Inmitten von Digitalisierung, Big Data, Smart Data, Analytics und Visualization sind Daten der Treibstoff für Innovationen, Technologien und Geschäftsmodelle. Im Interview für das Startup-eJournal “Berlin Valley” führt Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt an, dass Deutschland eine “neue Datenkultur” benötige, die Big Data als Chance begreift. “Wir müssen weg von der Datensparsamkeit als Über-Maßstab hin zum kreativen Datenreichtum.”, führt er im Interview an. Dabei führt er sein Ressort vor, das mit gutem Beispiel vorangeht. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur verfügt über ein “Daten-Biotop” mit Verkehrs- und Wetterdaten, so Dobrindt.

 

Weitere Informationen zum Thema:

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Im zweiten BMVI Data-Run, eine Hackathon-Veranstaltung, die am 2. und 3. Dezember dieses Jahres stattfinden wird, haben Entwickler und Programmierer 24 Stunden Zeit auf das Daten-Biotop zu zugreifen, um neue Services, Technologien und Geschäftsmodelle zu entwickeln. Die besten Ideen werden von einer Jury ausgezeichnet. Im vergangenen Jahr gehörte ein intelligenter Routenplaner, der Verkehrs- und Wetterdaten des BMVI vernetzt und in einer App bereitstellt, zu den Siegern. Die Abwendung von der Datensparsamkeit, die ein Gebot im Datenschutzrecht ist, baut auf die Sorge auf, dass der deutsche Standort Marktmacht und Innovationsführerschaft einbüßt.    

 

[jumbotron heading=“Veranstaltungshinweis“ tagline=“2nd BMVI Data-Run – Echtzeitdaten im Verkehr“] 2nd BMVI Data-Run – Echtzeitdaten im Verkehr 2. bis 3. Dezember 2016 Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Invalidenstraße 44, 10115 Berlin Link: https://www.bmvi-data-run.de/[/jumbotron]

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