Schleppende Digitalisierung der Gesellschaft

(Foto: Maurizio Pesce, Flickr - CC BY 2.0)

Vielleicht erklärt die Studie “D21-Digital-Index 2016”, warum die Digitalisierung des Mittelstands schleppend vorangeht, wie einige Untersuchungen übereinstimmend festgestellt haben. Die D21-Studie hat über 33.000 Menschen zu Wissen und Kompetenzen und Nutzen von Internet und digitalen Technologien gefragt und ist dabei zu ernüchternden Ergebnissen gelangt. Im Vergleich zum Vorjahr schnitt die Bevölkerung in diesem Jahr sogar schlechter ab.

Entsprechend betrübt fassen die Autoren der Studie ihre Erkenntnisse zusammen. “Überall kann man Artikel zur Digitalen Revolution, zur Robotisierung der Arbeit und zur künstlichen Intelligenz lesen, die unsere Welt zunehmend durchdringen wird. Unsere Bevölkerung steht diesen Entwicklungen jedoch nur mit durchwachsenen Basiskenntnissen gegenüber.”, lautet das Resümee. Dabei habe man in Deutschland versäumt, der Bevölkerung umfassende Digitalkompetenzen an die Hand zu geben.

[jumbotron tagline=“Prof. Dr. Heike Simmet im iovolution-Interview:“]Nachholbedarf hat hingegen vielfach noch der deutsche Mittelstand. Er läuft Gefahr, den Anschluss in der digitalen Transformation zu verlieren. Eine Unterschätzung der Geschwindigkeit des technischen Fortschritts durch den digitalen Wandel erweist sich für den Mittelstand schon sehr bald als existenzgefährdend.” Hier geht’s zum Interview.[/jumbotron]

Daraus wird eine ganze Reihe von Forderungen abgeleitet, die sich explizit an die Arbeitgeber und das staatliche Bildungssystem richten. “Die Wirtschaft muss stärker in Aus- (z.B. als duale Ausbildung) und Weiterbildung an den Digitalkompetenzen ihrer Beschäftigten arbeiten. Die Schulen müssen zunächst die Lehrkräfte ausbilden, um dann kommende Generation fit für die komplexen Anforderungen einer digitalisierten Welt machen zu können.”, laute einige der zentralen Forderungen der Autoren.

Erwerbstätige kompetenter als Gesamtbevölkerung

Dabei zeigt die Studie, dass insbesondere Erwerbstätige im Vergleich zur Gesamtbevölkerung höhere Kompetenzen und stärkere Affinität in der Nutzung von Digitaltechnologien besitzen. Im Gesamtindex kommen sie auf 59 Punkte. Die Gesamtbevölkerung erreicht hingegen 51 Punkte. Nur in der Offenheit gegenüber neuen Technologien sind Erwerbstätige ähnlich gelagert wie die Gesamtbevölkerung (51 Punkte zu 49). Erstaunliches Ergebnis – Schulungen und Weiterbildungen dominieren nicht bei der Wissensaneignung.

Autodidakten dominieren

Gerade mal 38% bzw. 21% hat in der Untersuchung angegeben, an Schulungen und Weiterbildungen teilzunehmen, die durch den Arbeitgeber bzw. durch sie selbst finanziert wurden. Eine überragende Mehrheit von 78% der Erwerbstätigen eignet sich die erforderlichen Kompetenzen autodidaktisch an. Eine wichtige Rolle spielt auch das Umfeld: Freunde und Bekannte (66%), Kollegen (55%) oder Familienangehörige (51) sind wichtige Ratgeber.

In Anbetracht der zahlreichen Studien, in denen festgestellt wird, dass insbesondere der Mittelstand der digitalen Transformation hinterherläuft, stellt sich die Frage, ob Schulungen und Weiterbildungen tatsächlich ausreichen, um die Anforderungen der Digitalisierung zu erfüllen. Die Ausstattung der Mitarbeiter mit den nötigen Kompetenzen und Wissen ist zweifelsohne eine wichtige Säule. Es gibt aber weitere Säulen, die in der D21-Studie nicht berücksichtigt werden: eine digital-affine Vision und Unternehmenskultur, veränderte Managementmethoden und natürlich Technologien. Vor allem fehlt ein Kompass, der Unternehmen zeigt, wo sie sich aktuell befinden und welche die nächsten sinnvollen Schritte sind. Wichtige Informationen dazu bietet die Studie der Hochschule Heidelberg.

 

[jumbotron tagline=“Interessante Artikel auf iovolution.de“]

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