IBM Watson: Kollege Roboter

IBM Watson, Quantum Computing, Foto: IBM Research, Flickr CC 2.0

‘Eine Maschine, die wie ein Mensch denkt’, verspricht IBM bei seiner kognitiven Technologie mit dem Namen ‘Watson’. Immer mehr Unternehmen setzen sie im Verwaltungsbereich ein. Jetzt entlässt eine japanische Versicherung Mitarbeiter, weil es IBM Watson einsetzt. Aber nicht nur das. (Foto: IBM Research, Flickr)   

Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt. Das ist die einschlägige Meinung von vielen Experten. Hörte es sich vor Kurzem nach Fiktion an, so erreicht das Undenkbare den Arbeitsalltag der Menschen: Computer und Roboter übernehmen Tätigkeiten, die zuvor von Menschen ausgeübt worden. Einen weltweiten Präzedenzfall hat die japanische Versicherungsfirma Fukoku Mutual Life Insurance Company geschaffen.  

In einer Pressemitteilung vom 26. Dezember vergangenen Jahres kündigte die Geschäftsleitung offiziell an, dass in Kürze IBM Watson seinen Dienst im Unternehmen aufnehmen wird. Entgegen der allgemeinen Behauptung stellt IBM Watson keine Künstliche Intelligenz dar. IBM selbst spricht von “kognitiver Technologie”, die wie ein Mensch denken soll. Streng genommen handelt es sich um maschinelle Intelligenz, die auf hohem Niveau Algorithmen operiert.

IBM Watson soll Entscheidungshilfen anbieten

Ob künstliche Intelligenz oder maschinelle Intelligenz, Fakt ist, das Unternehmen entlässt rund 30% der 130 Mitarbeiter. Mit dem Einsatz von IBM Watson verspricht sich das Unternehmen, Zahlungen und Zahlungsabschätzung viel zügiger abzuwickeln. Das letzte Wort bei der finalen Entscheidung hat nicht die Maschine. Watson soll seinen menschlichen Kollegen Entscheidungshilfen bieten. Dafür ermittelt und wertet Watson Daten aus Bescheinigungen wie Namen, Verletzungen oder Krankheit, Krankenhauseintrittsdatum oder Dauer von Operationen aus.

Wie es sich herausgestellt hat, ist Fukoku Mutual Life Insurance Company nicht das erste Unternehmen ist, das auf IBM Watson setzt. Dessen Konkurrenz Dai-Ichi-Life Insurance setzt die maschinelle Intelligenz von IBM länger ein. Allerdings hat das Unternehmen verzichtet, Mitarbeiter zu entlassen. Das Nomura Research Institute (NRI), eine in Japan landesweite Denkfabrik, hat in einer Untersuchung ermittelt, dass in den nächsten 20 Jahren 49% der Arbeitsplätze durch Computer oder Roboter ersetzt wird.

Kann auch Kundenstimmen analysieren

In unseren Breitengraden ist es ebenfalls ein heißes Thema, wie sehr Digitalisierung die Arbeitswelt verändern wird. Eine OECD-Studie kommt in einer Studie zum Schluss, dass Computer und Roboter rund 12% der Arbeitsplätze in der deutschen Industrie gefährden. Grund dafür sei die vergleichsweise hohe Arbeitsplatzdichte in der deutschen Industrie-Landschaft. Wer wissen will, wie stark sein Job von der Roboterisierung betroffen ist, kann das Job-Futuromat von ARD testen. Der öffentlich-rechtliche Sender hat anlässlich der Themenwoche “Zukunft der Arbeit” diese Online-Applikation bereitgestellt.    

Ein interessantes Detail in der Pressemitteilung von Fukoku Mutual Life Insurance Company zeigt, dass IBM Watson nicht nur für Zahlungsabwicklungen geeignet ist. Das Unternehmen setzt die kognitive Technologie bereits an, um die Kundenstimmen bei Anrufen zu analysieren.  

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