New York Times: Auf der Suche nach der Digitalstrategie

New York Times steht nicht nur wegen Donald Trump unter Druck. Die Traditionszeitung muss sein Geschäftsmodell digitalisieren. (Foto: Haxorjoe, CC BY-SA 3.0)

New York Times ist das Flaggschiff der amerikanischen Zeitungsindustrie. Es steht nicht nur wegen Donald Trump unter Druck. Es muss sich im Digitalzeitalter neu aufstellen. Der Bericht einer Arbeitsgruppe bietet einen spannenden Einblick in die Digitalstrategie einer Traditionszeitung. (Foto: Haxorjoe, CC BY-SA 3.0)

Die Zeitung ist in der Krise – immer noch. Der Grund dafür ist das Internet, über das Inhalte, Nachrichten oder Unterhaltung auf unterschiedlichem Wege verbreitet wird. Zeitungen haben dabei gleich zweifach verloren. Sie haben dank Facebook, Google und Twitter zum einen die Hoheit über die Information und zum anderen ihr Monopol als Produzent und Lieferant von Nachrichten verloren. Dank Smartphone und YouTube ist jedermann Produzent von Inhalten.  

Viele Zeitungen kämpfen mit ihrer ökonomischen Existenz. Inzwischen gibt es Entspannung. Die Zahlungsbereitschaft der Leser nimmt zu. Es setzen sich funktionierende Geschäftsmodelle durch. Sie kompensieren die Verluste aus den Verkäufen der Printausgaben mäßig. Die Krise ist nicht überwunden. Hinzugekommen sind weitere Herausforderungen: die Relevanz und Rolle des Journalismus im Digitalzeitalter, in dem Unternehmen und Politiker die neuen Medien benutzen, um ihren Einfluss abseits der klassischen Medien geltend zu machen.

Inhalte werden visueller

New York Times, die “Gray Lady” des amerikanischen Journalismus, beschäftigt eine Arbeitsgruppe, die ein Mal im Jahr ihre Ergebnisse in einem Report vorstellen. Der aktuelle Bericht, der den Titel “Journalismus, der herausragt” (“Journalismus that stands apart”) trägt, listet pragmatische Maßnahmen, um die Erwartungen einer digitalisierten Leserschaft zu erfüllen. So sollen die Inhalte der Zeitung mit Blick auf die wachsende Mobilnutzung visueller werden. Konkret steckt dahinter der verstärkte Einsatz von Schaubildern, um die Texte zu unterstützen.

Die Arbeitsgruppe erinnert, dass die Printausgabe über innovative Inhaltsdarbietungen verfügt, diese aber nicht mehr den Gewohnheiten der Leser entsprechen. Hier will die Chefredaktion mehr innovative Formate entwickeln, die für das Internet geeignet sind. Darüber hinaus legt die Arbeitsgruppe ihren Schwerpunkt auf Service-Artikel, die sich an die junge Zielgruppe wendet. Überhaupt möchte die Zeitung ihre Leser in das Storytelling integrieren.

Unternehmen und Arbeitskultur wird überdacht

Es scheint, dass New York Times mit diesen Maßnahmen eine wesentliche Entwicklung der Digitalisierung begegnen möchte: die Grenzen zwischen Konsumenten und Produzenten von Nachrichten verschwimmen immer mehr, bei der die Informationsrichtung einseitig war. New York Times will sowohl Produzent und Lieferant von Nachrichten sein als auch eine Plattform werden, auf der die Konsumenten die Inhalte mitbestimmen und mitgestalten.   

Der Bericht der Arbeitsgruppe betrifft nicht nur die Inhalte der Zeitung. Sie zeigt ebenfalls Konsequenzen für das Unternehmen auf, das seine Arbeitskultur insgesamt überdenken muss: “Our report must change. Our staff must change. And the way we work must change.”, heißt es in einem spannenden und inspirierenden Report der Arbeitsgruppe.

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