Business Intelligence: Keine kopflose Technologie

Neue Technologien benötigen neue Köpfe, um nicht nur Technologien besser zu integrieren sondern die Menschen mitzunehmen.

Obwohl offensichtlich, war es doch ein Aha!-Erlebnis auf der Iodata-Tagung: Technologien brauchen Köpfe. Nur so können Technologien integriert und Mitarbeiter mitgenommen werden.

Die Tagung der Iodata GmbH in der vergangenen Woche war ein schöner Erfolg. Ich gebe zu, dass ich etwas skeptisch war. Frontalvorträge von Experten gehören nach meinem Verständnis der alten Schule an. Die Veranstaltung belehrte mich aber des Besseren. Dafür gab es eine ganze Reihe von Gründen. Zum einen ist der Wissensbedarf zur Digitalisierung und Business Intelligence enorm – und das ist noch untertrieben. Die intensiven Diskussionen am Ende der Fallbeispiele belegten diesen Eindruck.

Zum anderen ist den Organisatoren gelungen, eine abwechslungsreiche Agenda aufzustellen, die auf kluge Weise zwischen Wissenschaft und Praxis gesprungen ist. Nicht zuletzt waren die Referenten selbst bunt: vom Vordenker bis zum Entertainer traten Experten ihres Fachs auf. Ein ausführlicher Nachbericht zur Tagung wird folgen. An dieser Stelle möchte ich von einem Aha!-Erlebnis berichten.

Bremsen und Vollgas geben

Das Traditionsunternehmen in Logistik Albert Craiss GmbH & Co. KG ist Kunde der Iodata GmbH. Die beiden Business Intelligence-Experten des Unternehmens Oliver Sperandio und Torben Troglia stellten vor, wie sie Qlik-Sense im Unternehmen einsetzen, das eine Software zur Daten-Visualisierung ist. Über Fahrzeiten und Deckungsbeiträge erhebt das Unternehmen aus das Fahrverhalten der Mitarbeiter. Für ein Logistik-Unternehmen ist es nicht unerheblich, wie oft die Fahrer bremsen oder Vollgas geben.

Michael Vetter, der als Geschäftsführer der Iodata GmbH durch die Tagung geführt hat, berichtete sichtlich beeindruckt, dass Craiss Qlik-Sense erst seit drei Monaten einsetzt. An dieser Stelle hakte Vetter nach und erinnerte, dass das Unternehmen hierfür eine Stabstelle geschaffen hat. Sie integriert bereichsübergreifend die Technologie und nimmt betroffene Abteilungen und Mitarbeiter mit.

Startups auch hier ein Vorbild?

Seit jeher empfehlen Experten Unternehmen, so genannte BICC einzurichten. BICC steht für Business Intelligence Competence Center. Es fordert Unternehmen auf, ihre Kompetenzen in der Geschäftsanalytik zu konzentrieren. Auf diese Weise erschließt das Unternehmen das Potenzial zu erschließen. Ein kleiner Blick in die Welt der Medien vermittelt, dass auf diesem Gebiet einiges passiert.

Erst 2014 gegründet, leistet sich das Startup “Book A Tiger” einen Head of Business Intelligence. Alexander Renner, der die BI-Unit anführt, erklärt im Interview für das Startup-Magazin Berlin Valley seine Aufgaben. Ein anderes Beispiel findet man beim Retailer “Lesera”. Dessen Head of Business Intelligence heißt Thomas Unruh und seit Januar 2015 in dieser Position für das Unternehmen tätig. Im Interview für “deutsche startups” beschreibt er sein Tagesgeschäft als BI-Leiter.    

Prof. Dr. Rüdiger Haas: “Industrie 4.0 setzt Mensch 4.0 voraus”

Laut einer Untersuchung der Unternehmensberatung Sopra Steria Consulting aus 2016 investieren rund 98% der Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern in Data Science. Während 70% befragten Unternehmen in Analysetools, Technologien und IT-Anwendung investieren, gibt jedes zweite Unternehmen an, in die Aus- und Weiterbildung der Fachkräfte zu investieren. Genau daran setzte Prof. Dr. Haas in seinem Keynote auf der Iodata-Tagung an. Er merkte kritisch an, dass viele Unternehmen zu lange nicht in den Menschen investiert habe. Die Industrie 4.0, so Prof. Haas, setze den Menschen 4.0 an.

In Kürze können Sie den Nachbericht zur Iodata-Tagung auf iovolution.de nachlesen.

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  1. Logistik: Digitalisierung schafft Arbeitsplätze – iovolution.de

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