Logistik: Digitalisierung schafft Arbeitsplätze

Digitalisierung kann zum Job-Motor in der Logistik-Branche werden, wenn es den Unternehmen gelingt, Mitarbeiter weiterzubilden und zu fördern, so eine repräsentative Befragung unter 508 Logistik-Unternehmen.

Digitalisierung kann ein echter Job-Motor in der Logistik werden, wenn es gelingt, die Menschen mitzunehmen, lautet ein Ergebnis aus der repräsentativen Studie im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Also, keine Angst vor Robotern, Drohnen und autonomen Fahrzeugen?   

Ein Gespenst geistert durch die öffentlichen Debatten: dank Digitalisierung verdrängen Roboter die Menschen aus den Fabrikhallen und Büros der deutschen Arbeitswelt. Was auf dem ersten Blick sich logisch und konsequent anhört, ist unter Experten umstritten. Die Vergangenheit lehrt uns, dass eine neue Innovationsphase der Produktion Arbeitskräfte freisetzt und zugleich neue Berufe entstehen lässt.

Eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom scheint diese Entwicklung für die Logistikbranche zu bestätigen, die vor Herausforderungen der Digitalisierung steht. Selbststeuernde Fahrzeuge, Einsatz von Drohnen, Datenbrille und intelligente Handschuhe, autonome Lagerverwaltungssoftware, digitale Vertriebssysteme und vieles verändern die Logistik auf gravierende Weise. Und die Arbeitsplätze in der Logistikbranche? Kein Problem!

Logistik in 10 Jahren ein attraktiver Arbeitgeber

So gehen 43 Prozent der Logistik-Unternehmen davon aus, dass die Anzahl der Beschäftigten in den kommenden zehn Jahren steigen wird. Dagegen erwarten nur 37 Prozent einen Stellenrückgang. Zu diesem Ergebnis gelangt Bitkom im Rahmen einer repräsentativen Umfrage unter 508 Unternehmen mit Logistikprozessen im Auftrag. 77 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass die Logistik in zehn Jahren ein attraktiver Arbeitgeber für Berufseinsteiger sein wird.

„Die Logistik ist heute schon eine der am stärksten digitalisierten Branchen. In den kommenden Jahren aber werden wir in der Logistik geradezu revolutionäre Veränderungen durch die Digitalisierung erleben“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Jedoch erwartet der Digitalverband, dass sich die Anforderungen an die Mitarbeiter stark verändern werden. Aus- und Weiterbildung kommt dabei eine zentrale Rolle zu. “Dabei sind die Unternehmen ebenso gefordert wie jeder einzelne Mitarbeiter.“, so Rohleder weiter.

Ohne Mensch 4.0 keine Digitalisierung

39 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass die Anzahl der Logistik-Beschäftigten mit einfachen, unterstützenden Tätigkeiten in den kommenden zehn Jahren sinken wird. Weitere 24 Prozent der Befragten rechnet sogar damit, dass sie stark sinken wird. Künftig werden daher vor allem qualifizierte Fachkräfte hervorragende Chancen in der Logistik haben. Denn nur 7 Prozent gaben an, dass die Anzahl der Logistik-Fachkräfte mit einer entsprechenden Ausbildung zurückgehen wird. 58 Prozent sind sicher, dass ihre Zahl steigen wird. 14 Prozent rechnen sogar damit, dass sie stark steigen wird.

„Digitalisierung kann ein echter Job-Motor sein, wenn es uns gelingt, die Menschen mitzunehmen. Lernen und Qualifizierung – und zwar nicht nur in der Schule, sondern über das gesamte Berufsleben hinweg – ist dafür der Schlüssel“, sagt Rohleder. „Unternehmen sollten schon heute dafür sorgen, ihre Mitarbeiter entsprechend fortzubilden und zu qualifizieren.“ Hier schließt sich das Thema “Mensch 4.0” an. Viele Experten, darunter Prof. Dr. Rüdiger Haas von der Hochschule Karlsruhe, ist der Auffassung, dass die Digitalisierung bzw. Industrie 4.0 den Menschen 4.0 voraussetzt. (iovolution.de/Bitkom Research)

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