Fake Statistik: Immer mehr Deutsche zweifeln an Statistiken

Immer mehr Deutsche zweifeln an amtlichen Statistiken. Allerdings nicht nur sie, auch Wirtschaftsjournalisten zeigen sich skeptisch. Dies ist eine Erkenntnis auf einer repräsentativen Umfrage eines Wirtschaftsforschugsinstituts.

Lesen, Schreiben, Rechnen – und Statistik beherrschen. Im Zeitalter der Sozialen Medien werden manipulierte Statistiken verbreitet, um Menschen zu desinformieren. Eine Studie zeigt zumindest, dass immer Deutsche an amtlichen Statistiken zweifeln.  

Zuwanderung, Arbeitslosigkeit, Verschuldung oder Wirtschaftswachstum. Immer mehr Deutsche haben Zweifel, ob die Statistiken, die staatliche Stellen der Öffentlichkeit präsentieren, auch tatsächlich wahr sind. Zu diesem Ergebnis gelangt das Wirtschaftsforschungsinstitut “Dr. Doeblin”. In einer repräsentativen Umfrage befragte das Institut 1.022 erwachsene Deutsche.

Jeweils rund zwei Drittel der Deutschen haben „nennenswerte Zweifel“ daran, dass die von amtlichen Stellen veröffentlichten Statistiken zur Zuwanderung, zur Einkommens- und Vermögensverteilung und zur Arbeitslosigkeit „die Wirklichkeit einigermaßen korrekt widerspiegeln“. Etwas weniger, aber immerhin noch die Mehrheit der Deutschen zweifelt auch an der Wirklichkeitsnähe von Statistiken zur Verschuldung des Staates, zur Zahl der offenen Stellen, zu den Wohnungsmieten und den Verbraucherpreisen.

Auch Wirtschaftsjournalisten sind skeptisch

Doch die Bürgerinnen und Bürger sind mit ihrer Meinung nicht alleine. Wirtschaftsjournalisten zeige ähnliche Skepsis. Auch bei dieser zentralen medialen Multiplikatorgruppe gibt es „nennenswerte Zweifel“ an den amtlichen Statistiken zur Zuwanderung, den Wohnungsmieten, der Zahl der offenen Stellen und der Einkommens- und Vermögensverteilung, wenngleich auf einem etwas niedrigeren prozentualen Niveau als in der Bevölkerung. Nur bei der Arbeitslosigkeit, der Verschuldung des Staates, den Verbraucherpreisen und dem Wirtschaftswachstum bringt jeweils eine Mehrheit der Journalisten den amtlichen Statistiken „ziemlich großes Vertrauen“ entgegen.

Statistik richtig interpretieren und Richtige von Falschen unterscheiden können, war in der Vergangenheit ebenso eine Herausforderung. Walter Krämer, Professor für Statistik an der Technischen Universität Dortmund, veröffentlichte 1991 sein Buch “Statistik verstehen”. Auf unterhaltsame Weise vermittelt er den Lesern die Grundlagen der Statistik. Ein wichtiger Aspekt stellt dabei die missbräuchliche oder falsche Darstellung und Interpretation von Statistiken.

faktenfinder – eine tagesschau-Initiative

Walter Krämer ist nicht alleine. Andere Bücher wie “Lügen mit Zahlen” von Gerd Bosbach oder “Das Einmaleins der Skepsis: Über den richtigen Umgang mit Zahlen und Risiken” von Gerd Gigerenzer beschäftigen sich mit Statistiken. Der Umgang mit Daten, Fakten und Statistiken ist inzwischen eine zentrale Kompetenz im Zeitalter der Sozialen Medien geworden. Oft werden so genannte Fake News mit Statistiken begründet, um ihre Glaubwürdigkeit zu untermauern.

Der Tagesschau hat eine Informationskampagne gegen Fake News gestartet. Im “Faktenfinder” erklärt der öffentlich-rechtliche Sender, wie manipulierte Bilder und verzerrte Statistiken erkannt werden können. In diesem Rahmen bietet er Tutorials oder lässt Experten zu Wort kommen. (Dr. Doebling – Wirtschaftsforschungsinstitut/iovolution)   

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