Weltall: Das Universum als Datenspeicher

Das Institut für Datenwissenschaft wird nicht nur Daten aus dem Weltall analysieren. Vor allem wird es Grundlagenarbeit in Datenanalyse betreiben, um die Digitalisierung der Wirtschaft zu unterstützen. (Foto: DLR)

Das Weltall… eine unendliche Weite, die vor allem Daten bietet. Aus diesem Grund hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLF) ein Institut für Datenwissenschaft gegründet. Hiervon profitieren Unternehmen, die auf dem Weg in die Digitalisierung sind. (Foto: DLR)

Erdbeobachtung aus dem All produziert sie, die Klimaforschung ebenso und Studien zum Verkehrsaufkommen auf den Straßen oder in der Luft auch: große Datenmengen, deren Speicherung, Vernetzung und Analyse immer aufwendiger werden. Mit dem neuen Institut für Datenwissenschaften widmet sich das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Zukunft verstärkt den Herausforderungen, die die Digitalisierung und die Industrie 4.0 mit sich bringen.

„Die Datenmengen, auch und gerade im Bereich der Forschung, wachsen nicht mehr linear an, sondern exponentiell“, betonte DLR-Vorstandsvorsitzende Frau Prof. Pascale Ehrenfreund die Notwendigkeit, auf die heutigen Entwicklungen zu reagieren. „Das neue DLR-Institut wird sich daher unter anderem mit Konzepten für Big und Smart Data, den Anforderungen der Industrie 4.0 und dem Internet der Dinge beschäftigen. Es wird als Zentrum des Wissens und der Expertise für Data Science mit allen DLR-Instituten sowie Partnern aus Industrie und Forschung in Verbindung stehen.“

Konzepte und Methoden für „Big Data“

Das neue Institut wird sich vor allem mit Methoden zum Management, der Verarbeitung und Analyse von Daten beschäftigen. Mit den im neuen DLR-Institut bearbeiteten Themen werden die Forschungsbereiche des DLR erweitert, Synergiepotenziale gehoben und neue nationale und internationale Kooperationen ermöglicht.

„Das DLR als die größte ingenieurwissenschaftliche Forschungseinrichtung der Luft- und Raumfahrt in Europa nimmt hierbei eine ganz wichtige Rolle ein.”, betont Matthias Machnig, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, mit Blick auf die Digitalisierung der Wirtschaft. “So wird sich das neue DLR-Institut in Jena vor allem mit Konzepten für Big Data beschäftigen und der Frage, wie immer größere Datenmengen sinnvoll ausgewertet und intelligent genutzt werden können. Mit dem neuen DLR-Institut stellen wir auch unserer Wirtschaft eine leistungsfähige Forschungsinfrastruktur zur Verfügung.“

“Heterogene und unstrukturierte Daten automatisch analysieren”

Das neue Jenaer Institut wird mit jährlich 7,8 Mio. Euro durch den Bund und das Land Thüringen finanziert, der Bund trägt dabei 90 Prozent. Zu Beginn soll das Institut über vier Abteilungen verfügen: Die Abteilung für Datenmanagement und -analyse von Big Data, also großen, komplexen Datenmengen, wird erforschen, wie beispielsweise heterogene und unstrukturierte Daten automatisch analysiert und verarbeitet werden können oder auch wie zukünftige Datenbanken für den Umgang mit diesen Daten aufgebaut sein müssen. Die Abteilung „Smart Systems“ ist unter anderem auf die Digitalisierung der Industrie 4.0 und das Internet der Dinge ausgerichtet – Bereiche, in denen zunehmend Produkte miteinander vernetzt sind und Daten austauschen.

Forschungsfelder von Big Data bis zur Citizen Science

Zudem sollen – vergleichbar mit der Produktion in der Luftfahrt – auch Raumfahrtmissionen von der ersten Idee über die Konstruktion bis hin zur Durchführung verstärkt über gemeinsame Plattformen virtuell und vernetzt erfolgen. Die Forschung und Entwicklung soll in diesem Bereich in enger Zusammenarbeit mit der Industrie und Raumfahrtagenturen erfolgen. Weitere Abteilungen setzen ihren Fokus auf die IT-Sicherheit sowie die „Citizen Science“, bei der zum Beispiel Daten der Bürger zur Bodenfeuchtigkeit genutzt und verarbeitet werden, um Satellitendaten zur Erdbeobachtung zu kalibrieren.

Insgesamt gründet das DLR sieben neue Forschungsinstitute zu Themen wie Luftfahrt- und Energieforschung, Maritime Sicherheit und Softwareentwicklung, von denen zwei Institute in den neuen Ländern – in Jena und Dresden – angesiedelt werden. (dlf/iovolution)

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