Homeoffice: Produktive Heimarbeit braucht klare Regeln!

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ONLINE-UMFRAGE
„Von den Unternehmen ist Vertrauen gefordert, von den Mitarbeitern Selbstorganisation und auch Selbstdisziplin“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

Immer mehr Arbeitgeber wünsche sich Homeoffice. Technologie ist dafür kein Hindernis mehr. Größere Hürden sind Gesundheitsschutz, Datensicherheit und eine auf Vertrauen fußende Unternehmenskultur. Die gewerkschaftsnahe Hans Böckler-Stiftung sieht den Trend zu Homeoffice nach wie vor kritisch.

Homeoffice wird in immer mehr Unternehmen zum Alltag. Vier von zehn Arbeitgebern lassen ihre Mitarbeiter ganz oder teilweise von zu Hause aus arbeiten. Innerhalb eines Jahres stieg der Anteil um neun Prozentpunkte. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

 

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Dass sich dieser Trend auch in Zukunft fortsetzen wird, davon sind die Bitkom-Experten überzeugt, und auch jedes zweite Unternehmen  erwartet, dass der Anteil der Homeoffice-Mitarbeiter in den kommenden fünf bis zehn Jahren weiter steigen wird. 46 Prozent gehen von einer konstanten Entwicklung aus.

Homeoffice-Regeln: Vertrauen gegen Selbstdisziplin

„Digitale Technologien erlauben es, zu jeder Zeit und von jedem Ort aus zu arbeiten. Homeoffice wird in den Unternehmen zum Standard, und dafür braucht es klare Regeln“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Von den Unternehmen ist Vertrauen gefordert, von den Mitarbeitern Selbstorganisation und auch Selbstdisziplin.“

Gegen Homeoffice entscheiden sich Unternehmen aus verschiedenen Gründen. Zwei Drittel geben an, dass Homeoffice nicht für alle Mitarbeiter möglich sei und niemand ungleich behandelt werden dürfe. Mehr als die Hälfte meint, dass ohne direkten Austausch mit Kollegen die Produktivität sinke. Jedes zweite Unternehmen sagt, dass Homeoffice generell nicht vorgesehen sei.

Für gut jedes dritte Unternehmen sprechen Arbeitsschutzbestimmungen gegen Homeoffice, fast ebenso viele befürchten, dass die Arbeitszeit so nicht zu kontrollieren sei. Eine geringere Rolle spielen die Kosten der technischen Ausstattung (18 Prozent), die Gewährleistung der Datensicherheit (18 Prozent) und Sorgen vor einer abnehmenden Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen (15 Prozent).

Gesetzliche Hürden behindern Homeoffice

„Flexibles Arbeiten im Homeoffice ist ganz oben auf der Wunschliste vieler Arbeitnehmer, um Beruf, Familie und Freizeit besser zu vereinbaren. Allerdings stehen der selbstbestimmten Arbeitszeitgestaltung gesetzliche Hürden wie der zu starre Acht-Stunden-Arbeitstag und die elfstündige Mindestruhezeit entgegen“, sagt Rohleder. „Durch die Mindestruhezeit setzt der Gesetzgeber Unternehmen und ihre Mitarbeiter massenhaft ins Unrecht. Es ist höchste Zeit, diese antiquierte Regel zu ändern.“

Bitkom rät Unternehmen, klare Regeln für die Heimarbeit zu formulieren und über Rechtslage und Gesundheitsschutz aufzuklären. Produktivität im Homeoffice setzt voraus, dass Arbeitnehmer zu Hause eine gute Arbeitsumgebung schaffen, Prioritäten setzen können und ein hohes Maß an Eigenverantwortung aufbringen. Bei der Entwicklung solcher Fähigkeiten sollte sie ihr Arbeitgeber gerade in der Anfangsphase unterstützen.

Gewerkschaftsnahe Hans Böckler-Stiftung sieht Entwicklung kritisch

Die gewerkschaftsnahe Hans Böckler-Stiftung hingegen sieht den Trend zur mehr Homeoffice kritisch. Extrem flexible Arbeitszeiten gehen häufig zulasten der Beschäftigten, lautet die Kritik einer aktuellen Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung aus dem August 2017. Wie Bitkom fordern die Autoren der Studie klare Regeln. Dazu gehören zeitliche Obergrenzen, Zeiterfassung, realistische Vorgaben für das Arbeitspensum, genug Personal und Vertretungsregeln.

Fortbildungen in so genannten „Grenzmanagement“ für Beschäftigte und Vorgesetzte seien ebenso notwendig wie verlässliche Schichtpläne und eine Sensibilisierung aller Beteiligten für die geschlechtsspezifischen Folgen flexibler Arbeitsarrangements.

Wenn diese Voraussetzungen nicht nur im Betrieb, sondern auch beim mobilen Arbeiten oder im Homeoffice gegeben sind, könnten durchaus neue Spielräume für selbstorganisiertes Arbeiten geschaffen werden – zum Beispiel durch ein Recht auf Homeoffice. Damit das flexible Arbeiten von zuhause aus zukünftig nicht nur priveligierten Beschäftigtengruppen gestattet ist. (bitkom/boeckler/vhw/iovolution)

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