“Bitte” und “Danke” gehören zum selbstverständlichen Umgangston mit anderen Personen. Doch wie sieht es beim Smartphone aus? Eine aktuelle Studie der Gesellschaft für Konsumforschung hat Bundesbürger zu Manieren im Umgang mit dem Smartphone befragt.

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“Bitte” und “Danke” gehören zum selbstverständlichen Umgangston mit anderen Personen. Doch wie sieht es beim Smartphone aus? Eine aktuelle Studie der Gesellschaft für Konsumforschung hat Bundesbürger zu Manieren im Umgang mit dem Smartphone befragt. 

Manieren am Esstisch, bei der Begrüßung von Personen oder beim Small Talk gehören inzwischen zum Repertoire von allen Professionals. Der Umgang mit Smartphone ist allerdings immer noch ein Neuland für die Welt der Benimm-Regeln. In einem Interview aus 2013 plauderte die damalige Chef-Redakteurin von Apotheken-Umschau Tina Haas über ihr Verständnis von Manieren im Umgang mit Smartphones.

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“Es ist schlicht unhöflich und eigentlich geht es gar nicht. Eine Grundregel lautet: Das, womit ich mich gerade beschäftige, ist mir wichtig. Wenn man beim Essen simst, signalisiert man, dass einem die Person am Handy wichtiger ist, als der Gesprächspartner am Tisch,” antwortet sie in einem Podcast für die Apotheken Umschau.

In der Zwischenzeit ist das Smartphone mehr als ein Telefongerät geworden. Es ist ein Alltagsgegenstand für berufliche aber auch private Zwecke gleichermaßen geworden. Das Smartphone eignet sich nicht nur für den fernmündlichen Austausch. Chats-Apps wie Messenger, Hangout oder WhatsApp sind beliebt für schnelle Absprachen.  Wenn es um das Smartphone als schnellen Informationslieferanten geht, scheiden sich allerdings die Geister.

Fördert das Smartphone die Denkfaulheit?

Mehr als die Hälfte der Deutschen findet das praktisch, gerade, wenn man sich inmitten einer Diskussion oder einem Gespräch befindet, heißt es in einer aktuellen Studie der Gesellschaft für Konsumforschung. 56 Prozent stimmen generell der Aussage zu, es sei bereichernd, in solchen Situationen weitere Aspekte recherchieren und in die Debatte einbringen zu können, 14 Prozent sehen das sogar ganz entschieden so. Allerdings sind die anderen 44 Prozent offensichtlich nicht dieser Ansicht.

Sie stimmen der Aussage nämlich eher nicht oder überhaupt nicht zu. Für viele kommt der Griff zum Handy dabei aber offenbar einfach nur zu schnell. Sie befürchten eine gewisse Denkfaulheit, die die ständige Verfügbarkeit von Informationen aus dem Netz mit sich bringen könnte. Insgesamt 53 Prozent der Befragten finden es nicht gut, immer sofort zum internetfähigen Handy zu greifen, anstatt erst einmal nachzudenken oder mit anderen über strittige Fragen zu diskutieren. Jeder Fünfte unterschreibt das voll und ganz.

Kein Unterschied zwischen Geschlechter aber bei Altersgruppen

Was den Aspekt Informationsbeschaffung via Smartphone betrifft, sind die Ansichten in der Bevölkerung also recht gespalten. Anders sieht das bei den Aussagen aus, die sich um die Themen Aufmerksamkeit und Höflichkeit gegenüber anderen drehen. Wenn das Gegenüber immer wieder Nachrichten auf dem Handy überprüft oder selbst welche schreibt, bleibt nur eine Minderheit der Befragten gelassen. Diese Haltung trifft man bei Frauen und Männer gleichermaßen wie bei Smartphone-Besitzern und -Nichtbesitzern. Tendenziell geben sich männliche Befragte etwas entspannter, wenn es um die Smartphone-Etiquette geht.

Anders sieht es aus, wenn man die Befragten nach dem Alter unterscheidet. Dabei gilt: Je jünger die Menschen, desto lockerer zeigen sie sich im Umgang mit den schlauen Handys und desto stärker haben sie die Vorteile im Blick. Im Gegenzug akzeptieren sie es häufiger, wenn sich ihr Gegenüber von iPhone und Co. ablenken lässt anstatt weiter zuzuhören. Dagegen legen ältere Befragte offenbar größeren Wert auf die Einhaltung bestimmter Höflichkeitsformen.

Die Schere zwischen Jung und Alt geht dabei teilweise weit auseinander, wenn man die Antworten aller Bundesbürger – also Nutzer und Nicht-Nutzer – auswertet: So finden es 85 Prozent der 14- bis 19-Jährigen bereichernd, in Gesprächen zusätzliche Infos via Smartphone zu recherchieren. Mit zunehmendem Alter sinkt die Zustimmung zu dieser Aussage kontinuierlich ab. Ab 60 Jahren findet sich in dieser Frage keine Mehrheit mehr – nur 42 Prozent sehen in der schnellen Informationsbeschaffung einen Vorteil. Bei den über 70-Jährigen erreicht der Wert dann schließlich nur noch 25 Prozent.

Entsprechend stellen sich die Autoren der GfK-Studie die Frage, wie viel Regeln wir im Umgang mit Smartphones benötigen. Es gibt Benimmregeln, über die denken wir gar nicht mehr nach. Selbstverständlich sagen wohl die allermeisten von uns „bitte“ und „danke“, grüßen die Nachbarn oder halten anderen Menschen die Tür auf. Wenn es um den Umgang mit dem Smartphone geht, fehlt diese Sicherheit mitunter. Kein Wunder, denn beim schlauen Handy handelt es sich um eine recht junge Entwicklung. Wer damit aufwächst, wird die Dauer-Präsenz oft als unproblematisch, ja sogar notwendig empfinden – schließlich findet der soziale Austausch unter den Jungen ganz selbstverständlich online und mobil statt, teilweise auch mit unguten Folgen.

Ein Philosoph der Aufklärung gibt Antwort auf Smartiquette

Ältere Menschen, die viele Lebensjahre „ohne“ verbracht haben, können ein solches Verhalten oftmals nicht nachvollziehen oder empfinden solche Verhaltensweisen als unhöflich.  Ob ein Smartphone-Knigge hier weiterhelfen kann? Vielleicht reicht es ja schon, wenn Jung und Alt sich hin und wieder ein Zitat des französischen Philosophen Jean-Jaques Rousseau ins Gedächtnis rufen: „Die wahre Höflichkeit besteht darin, dass man einander mit Wohlwollen entgegenkommt.“ Wer das beherzigt, hat gute Chancen, mit dem Gegenüber in einen angenehmen Kontakt zu treten – ob mit oder ohne Smartphone. (gfk/iovolution)