Viele produzierende Unternehmen starten den Prozess in Richtung Industrie 4.0 mit der Einführung einer effizienten Überwachung der gesamten Maschinenanlagen. Die Overall Equipment Effectiveness (OEE) ist eine Kennzahl zur Erfassung der Anlagenproduktivität. Sie ist aus dem Lean Production Umfeld bekannt und erhält durch die aktuelle Industrie 4.0-Diskussion zusätzliche Aufmerksamkeit.

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Beste Grüße Elke Gensicke

Viele produzierende Unternehmen starten den Prozess in Richtung Industrie 4.0 mit der Einführung einer effizienten Überwachung der gesamten Maschinenanlagen. Die Overall Equipment Effectiveness (OEE) ist eine Kennzahl zur Erfassung der Anlagenproduktivität. Sie ist aus dem Lean Production Umfeld bekannt und erhält durch die aktuelle Industrie 4.0-Diskussion zusätzliche Aufmerksamkeit. 

Die Kennzahl OEE ist ein Maß für die wahre Anlagenproduktivität. Sie ergibt sich als Produkt aus den folgenden drei Faktoren: 

 

  • Verfügbarkeit: läuft die Anlage oder steht sie
  • – Leistung: läuft die Anlage mit der vorgegebenen Geschwindigkeit und
  • – Qualität: produziert die Anlage verkaufbare Produkte ohne Nacharbeit bzw. Ausschuss.

 

Eine ideal arbeitende Anlage produziert in 100 Prozent der geplanten Zeit, läuft immer mit voller Geschwindigkeit und erstellt nur Gutteile. In der betrieblichen Realität ist die Lage jedoch eine andere. Genau auf diese Differenz zum Ideal weist die OEE sehr konsequent hin. In der Vergangenheit war sie schwierig zu erfassen, aber neue i4.0 Technologien senken die Einstiegshürde in einen gezielten Verbesserungsprozess der OEE.

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Jörn Steinbeck ist geschäftsführender Partner beim Institut für Produktivität KG in Aachen, ein auf operative Exzellenz und Industrie 4.0 spezialisiertes Beratungsunternehmen. Mehr Informationen unter www.ifp-aachen.de.

Was auf den ersten Blick einfach klingt, hat im Detail seine Tücken. Um diesen Herausforderungen zu begegnen und der Kennzahl damit zu einer weiteren Verbreitung zu verhelfen, haben Prof. Dr. Markus Focke und Jörn Steinbeck im Springer Verlag das Buch „Steigerung der Anlagenproduktivität durch OEE-Management“ veröffentlicht, das ebenso als Ebook verfügbar ist. In dem Werk werden die Kennzahl und der Weg ihrer Einführung detailliert beschrieben. Gestartet wird mit Möglichkeiten der manuellen Erfassung bis zur vollständigen Industrie 4.0-konformen Abbildung. Auf diese Weise werdenalle Entwicklungsschritte einer Produktionsorganisation auf dem Weg zum zahlengetriebenen Verbesserungsprozess besprochen.

OEE und Industrie 4.0

Die OEE ist wie gemacht für den aktuellen Trend zu Industrie 4.0: Aus Zahlen, Daten und Fakten eine Verbesserung der Produktivität ableiten. Die Erfassung von Anlagendaten ist jedoch häufig mit Hürden verbunden. Aber auch Unternehmen, deren alte Anlagen gar keine Daten erfassen oder denen das Wissen um die Anbindung einer SPS fehlt. Dies gilt ebenso für solche Unternehmen, die den Aufwand eines IT-Projektes zur Anbindung von Anlagen scheuen. Auch sie haben Möglichkeiten, die OEE zu erfassen.

oee.cloud: Datenerfassung ohne Anlageneingriff

Ein Aachener StartUp hat oee.cloud an den Start gebracht. In einem Koffer werden die benötigten Sensoren und das IoT-Gateway geliefert, so dass die Daten durch Anclipsen der Sensoren in wenigen Minuten von der Anlage abgegriffen werden können. Ein Eingriff in die Anlagentechnik ist nicht mehr nötig. Gesendet werden die Daten per Mobilfunk oder WLAN zur Aufbereitung und Visualisierung in eine deutsche Cloud-Applikation. Dort erhält der Anwender nach kurzer Konfiguration seine OEE-Auswertung.

Darüber hinaus können bei Anlagenstörungen die Eingabeaufforderung eines Störgrunds an jedes beliebige webfähige Endgerät gesendet werden, so dass jedes handelsübliche Samsung-Tablet zur Störgrundeingabe genutzt werden kann. Auf diese Weise entfallen die hohen Investitionen in industrielle Endgeräte oder die Integration der Abfrage in die Maschinenoberfläche.

Weil einfach einfach einfach ist: Zugriff über Alexa und Qlik

Die Entwicklung von oee.cloud wurde vom Forschungsministerium Nordrhein-Westphalen mit dem Ziel gefördert, mittelständischen Unternehmen einen einfachen Einstieg in eine produktivitätssteigernde Industrie 4.0-Technologie zu ermöglichen. Der Gedanke der Einfachheit wurde inzwischen ausgeweitet. So wurde für oee.cloud ein Alexa-Skill entwickelt, wodurch das kleine Amazon-Gerät auch Fragen zur OEE beantworten kann: „Alexa, war die Linie 1 oder oder Linie 2 heute in der Frühschicht produktiver?“ – die Nutzer sind immer aktuell informiert. Aber nicht nur Alexa kann angebunden werden. Über die API, die Alexa zur Beantwortung der Fragen nutzt, können die Daten der oee.cloud auch an andere Business Intelligence Anwendungen (z.B. Qlik) weitergegeben werden, so dass einem integrierten Berichtswesen und dessen Visualisierung keine Grenzen gesetzt sind.

LeanAroundTheClock im Überblick

Wann: 21. und 22. März 2019
Wo: Maimarkt Mannheim, Xaver-Fuhr-Straße 101, 68163 Mannheim
Gebühr: 150,00 Euro für zwei Tage
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