Digitalisierung und Industrie 4.0 verändern unsere Gesellschaft in einem nie dagewesenen Tempo. Damit wandeln sich auch die Arbeitsmärkte - doch nicht unbedingt zum Schlechten.

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Mein Name ist Michael Vetter und ich bin der Geschäftsführer der Iodata GmbH. Ich freue mich auf Ihre Fragen und Anliegen zum Unternehmen Iodata GmbH, zur Digitalisierung und zu datengetriebenen Geschäftsmodellen.  

Digitalisierung und Industrie 4.0 verändern unsere Gesellschaft in einem nie dagewesenen Tempo. Damit wandeln sich auch die Arbeitsmärkte – doch nicht unbedingt zum Schlechten.

Die Erschütterungen des digitalen Strukturwandels werden auch die Arbeitsmärkte treffen. Aber: Neue Technologien stellen in erster Linie keine Bedrohung für Branchen, Arbeitsplätze und den gesellschaftlichen Wohlstand dar, sondern eine Chance. Zwar geht der Trend zur Polarisierung. Dabei werden Qualifikation und Fachkompetenz im Zuge der Digitalisierung immer wichtiger, während zugleich Arbeitsformen auch dahingehend verändern, dass sie weniger sozialer Absicherung bieten. Begegnen lässt sich dem mit einer vorausschauenden Bildungs- und Sozialpolitik, gepaart mit einer Intensivierung der Förderung von Forschung und Entwicklung bei Unternehmen, so der Tenor eines frisch veröffentlichten Buchs.

Aktiv gestalten, Chancen nutzen

Prof. Achim Wambach, Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und Vorsitzender der Monopolkommission, und Hans Christian Müller, Redakteur beim Handelsblatt, zeigen in ihrem neuen im Campus-Verlag erschienenen Buch „Digitaler Wohlstand für alle – Ein Update der Sozialen Marktwirtschaft ist möglich“, dass die Arbeitsmärkte vor gravierenden Umwälzungen stehen – was aber keinesfalls bedeutet, dass Massenarbeitslosigkeit droht.

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Neue Technologieschübe machen manche menschliche Tätigkeiten zwar überflüssig, steigern zugleich aber auch die Produktivität. Das spart Geld, das sich wieder in Neuerungen investieren lässt, für die es Arbeitskräfte braucht – willkommen im Wachstum, argumentieren die beiden Autoren. Neue Technologien lassen also mehr Jobs entstehen als vernichtet werden. Sie sind ferner überzeigt, dass künftig eher Kooperation als Konkurrenzkampf mit Robotern geben wird.

Wandel als Schlüssel

Natürlich hat jede Entwicklung ihre Kehrseite. Um dieser zu begegnen, ist der Staat gefragt, die Nachteile abzufedern und gleichzeitig Entwicklungspotenzial zu schaffen. Wambach und Müller sprechen dabei von „Strukturanpassungspolitik“. Abgesehen von der Wettbewerbspolitik, kommt es dabei auf wesentliche Impulse in der Sozial- und Bildungspolitik an. So müssten etwa Mindestbeiträge für Selbstständige in der Kranken- und Pflegeversicherung abgeschafft werden.

Und während die Weiterbildung von Beschäftigten in puncto digitale Kompetenzen zunächst Sache der Unternehmen ist, braucht es ebenfalls eine staatliche Bildungsoffensive: mehr Geld für Erstausbildung und Verlagerung eines Teils der Weiterbildung an Universitäten, Berufs- und Fachhochschulen. Kombiniert mit einem Steuerrabatt für forschende Unternehmen, wäre das ein wichtiger Beitrag, um die Zukunft der Arbeit zu sichern, sind die Autoren überzeugt.

Während andere Bücher die Digitalisierung erklären, wie beispielsweise „Blockchain 2.0 – einfach erklärt – mehr als nur Bitcoin“ von Julian Hosp, oder ein pessimistisches Zukunftsbild zeichnen, wie „Bullshit Jobs – vom wahren Sinn der Arbeit“ von David Graeber, zeigen Wambach und Müller konkrete Gestaltungsoptionen auf, die zum Teil umstritten sein dürfen, weil sie mit wettbewerbs- und sozialpolitischen Programmen unterlegt sind. Ob man Regulierung von Internetkonzernen oder andere interventionistischen Maßnahmen gut oder schlecht findet, die beiden Autoren sind mutig und zeigen den Weg in eine digitale Zukunft auf, die möglich ist. (ZEW/iovolution)

 

Digitaler Wohlstand für alle: 

Ein Update der Sozialen Marktwirtschaft ist möglich

 

Gebundenes Buch – 7. September 2018
von Achim Wambach (Autor), Hans Christian Müller (Autor)

 

Auf der Shortlist: Deutscher Wirtschaftsbuchpreis 2018

 

Hier zu erwerben.