Werbung: Mit Gesichtserkennung gezielt werben

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Die Gesichtserkennung erreicht die Werbung. Ein Berliner Startup hat ein Infodisplay entwickelt, das Alter und Geschlecht der Kunden erfasst, wenn sie in eine Filiale eintreten. Auf den dort stationierten Displays erscheinen passende Werbung und Informationen. (Foto: IDA Indoor Advertising GmbH)  

Wer kennt die gut organisierten Warteschlangen in den Deutsche Post-Filialen nicht? Warteschlangenbänder leiten die Kunden zum ersehnten Schalter. Am Ende einer langen Warteschlange warten oft drei oder mehr Schalter auf den Kunden. Daher hält sich die Wartezeit in den Deutsche Post-Filialen in Grenzen. Wer nicht auf sein Smartphone schaut, studiert die Inhalte der Sortimentsregale, die entlang der Warteschlange strategisch platziert sind.

Aus diesem Grund scheint die Deutsche Post-Filiale ein perfektes Versuchsfeld für den Einsatz einer innovativen Infodisplay-Technologie zu sein. Der Startup “IDA Indoor Advertising GmbH” mit Sitz in Berlin hat eine Display-Technologie entwickelt, die mithilfe von Gesichtserkennung die Kunden in der Warteschlange erfasst.

Wirksamkeit der Werbung in Echtzeit messen

Das Infodisplay erkennt das Gesicht, das geschätzte Alter und die Anzahl der Wartenden und spielt auf sie zugeschnittene Werbung und Informationen ab. Hinter dieser Idee steckt die Software “adpack” des Berliner Startups. “Die Technologie ermöglicht sowohl Echtzeit-Targeting [..] als auch die Messung der Werbewahrnehmung, wie dies bis dato nur im Online Advertising möglich war.”, heißt es auf der Website des Startups über die Besonderheiten der Software-Lösung.

Die Technologie bietet darüber hinaus die Erfassung der Kundenprofile. Mit ihr können die Unternehmen das Geschlechts- und Altersprofile der Kunden nach Uhrzeiten dokumentieren, die ihre stationären Verkaufsfilialen besuchen. “adpack” bietet aus Sicht von Unternehmen mit Geschäftsräumen und Präsenzfilialen zahlreiche Vorteile. Aber was ist mit den Kunden und den Schutz ihrer Daten?

Schutz der Kundendaten ist sensibles Thema

Das IT-Newsportal golem.de zitiert die datenschutzpolitische Sprecherin der Grünen im bayerischen Landtag. So kritisiert Verena Osygan, dass die Deutsche Post ihrer Auffassung nach sich “mindestens im datenschutzrechtlichen Graubereich” bewegt. Sie fordert, dass das Unternehmen seine Kunden über den Einsatz dieser Technologie “proaktiv … informiert”.

Der Startup und die Deutsche Post kontern dagegen. Die Technologie ist nach den Kriterien von “ePrivacy” datenschutzkonform zertifiziert, so der Startup. Die Zertifizierung nehme ihn in Pflicht, keine personenbezogenen Daten zu erheben und zu speichern. Auch erfolgt das Hosting bei einem zertifizierten Anbieter auf deutschem Boden. Damit will das Unternehmen das Vertrauen der Konsumenten ausbauen.

Online- und Offline-Welt der Werbung miteinander verknüpfen

Das Ziel von IDA ist ambitioniert: der Startup will ein ganzes Werbenetzwerk mit Gesichtserkennungs-Displays aufstellen. Werbetreibende sollen auf diese Weise so einfach Werbeplätze buchen, wie es im Bereich der Online-Werbung bereits möglich ist. Damit realisiert IDA das Prinzip des Affiliate-Marketings in der Offline-Welt. Mit der Deutschen Post hat der Startup einen wichtigen Partner gewonnen. Gegenwärtig testet der Post-Dienstleister die Technologie in 40 Partnergeschäften in Berlin und Köln. Weitere 60 Geschäfte in Hamburg und München seien in Planung.  

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