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Unfall: Automatisierung kann Zahl der Verkehrstoten deutlich reduzieren

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VDI-Sicherheitsexperten haben das Unfallgeschehen im Straßenverkehr in Deutschland auf Potenziale und Risiken untersucht, und sind der Auffassung, dass das von der Bundesregierung ausgegebene Ziel, in den Jahren 2010 bis 2020 die Verkehrstotenzahlen um 40 Prozent zu reduzieren, gefährdet ist. Hier könnte die zunehmende Automatisierung des Verkehrs helfen.

Nach aktuellem Stand ist für das Jahr 2017 mit etwa 3.200 Verkehrstoten zu rechnen. In den vergangenen sieben Jahren hätte sich die Zahl der Verkehrstoten damit um nur etwa 450 Opfer reduziert. Schöneburg sieht in der Automatisierung des Verkehrs eine große Chance, die Verkehrstotenzahlen stärker zu reduzieren.

Menschliches Versagen ist mit über 90 Prozent Unfallursache Nummer eins. Ablenkungen der Verkehrsteilnehmer beispielsweise durch Mobiltelefone sind dabei ein wesentlicher Faktor. Einer Studie der Allianz zufolge ist jeder zehnte Verkehrstote auf Ablenkung zurückzuführen. Eine Zahl, die sich mit der Einschätzung der VDI-Expertengruppe im vergangen Jahr von etwa 200 bis 300 Verkehrstoten allein durch Ablenkung deckt.

Leistungsschwankungen und Emotionen des Fahrers, die sich negativ auf die Fahrsicherheit auswirken, könnten zukünftig durch die zunehmende Automatisierung der Verkehrsmittel mindert werden. Darüber hinaus kann die daraus folgende verbesserte Kommunikation zwischen Verkehrsteilnehmern und Infrastruktur kritische Situationen erst gar nicht entstehen lassen und damit möglicherweise Unfälle vermeiden. Nach Schätzungen der VDI-Sicherheitsexperten ist durch eine zunehmende Automatisierung im Straßenverkehr eine Reduzierung der Verkehrstotenzahl von bis zu 730 Personen bis 2020 möglich.

Maschinen können Menschen auch zukünftig nicht vollständig ersetzen

Automatisierte Technologien können künftig zu Verbesserungen bei Kreuzungsunfällen, Einbiege- und Einmündungsunfällen führen, Dazu zählen Unfälle durch nicht angepasste Geschwindigkeit, das Abkommen von der Fahrbahn sowie Auffahrunfällen, die beide oft durch Unaufmerksamkeit hervorgerufen werden. Auch die Anzahl von Spurwechselunfällen, die Nichterkennung von Objekten und Gefahrenpunkten, Unfälle infolge von Unerfahrenheit, Ungeübtheit oder negativer emotionaler Verfassung des Fahrers könnten sich durch die Automatisierung verringern.

„Dennoch wäre es falsch, den Schluss zu ziehen, man müsse nur den Menschen durch eine Maschine ersetzen, um den Verkehr sicherer zu machen“, mahnt Professor Rodolfo Schöneburg. Er ist Vorsitzender der VDI-Gesellschaft Fahrzeug- und Verkehrstechnik (FVT) und Centerleiter Sicherheit bei der Daimler Benz AG. „Die meisten Autofahrer besitzen mit ihren Sinnen und ihrem Erfahrungsschatz die Fähigkeit, sich viele Jahre unfallfrei im Straßenverkehr zu bewegen. Einen Unfallfreien Verkehr kann das Automobil alleine nicht leisten. Denn auch wenn ein automatisiertes Fahrzeug in der Zukunft fehlerfrei arbeiten kann, sind Unfälle auf lange Sicht in einem so vielschichtigen Verkehrsumfeld und mit der heute vorherrschenden Infrastruktur nicht vermeidbar.“

Risiko tödlicher Verkehrsunfälle bei älteren Fahrzeugen viermal höher

Dass Fahrzeuge zweifelsohne sicherer geworden sind, zeigen die Ergebnisse einer Untersuchung des VDI, nach der nur etwa 20 Prozent der in Deutschland getöteten Fahrzeuginsassen in Fahrzeugen der Baujahre nach 2006 starben. 60 Prozent der bei Verkehrsunfällen getöteten Passagiere, kamen dagegen in Autos der Baujahre 1996 und älter ums Leben. Aus ähnlichen Ergebnissen schließt die Sicherheits-Rating-Organisation „Australasian New Car Assessment Program“ (ANCAP), dass das Risiko eines tödlichen Verkehrsunfalls in einem älteren Fahrzeug etwa viermal höher ist. Das Durchschnittsalter eines PKW in Deutschland beträgt derzeit etwa neun Jahre. Eine Erneuerung dieses Bestandes hat das Potenzial, die Anzahl der tödlich verletzten Pkw-Insassen signifikant zu reduzieren.

Weitere Informationen unter www.vdi.de/berliner-erklaerung

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