Beim Rückblick auf 2020 dominiert ein Thema: die Corona-Pandemie. Doch was ist eine Pandemie? Und was hat sie mit Business Intelligence zu tun? Die bisherigen Entwicklungen zeigen, BI hat in der Pandemie eine Doppel-Rolle eingenommen: Sie ist Opfer und Krisenbewältiger zugleich.

BI in 2020: Im Zeichen der Corona-Pandemie

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Beim Rückblick auf 2020 dominiert ein Thema: die Corona-Pandemie. Doch was ist eine Pandemie? Und was hat sie mit Business Intelligence zu tun? Die bisherigen Entwicklungen zeigen, BI hat in der Pandemie eine Doppel-Rolle eingenommen: Sie ist Opfer und Krisenbewältiger zugleich.

Unter einer Pandemie versteht man eine länder- und kontinentübergreifende Verbreitung einer Infektionskrankheit. Sie ist aber nicht nur wegen ihrer weiten Ausbreitung, sondern wegen ihrer schnellen Verbreitung von Mensch zu Mensch gefährlich. Durch eine fehlende Grundimmunität der Bevölkerung kommt es in den meisten Fällen zu rigorosen Krankheitsverläufen. Damit gehen hohe Erkrankungs- und Sterberaten einher, die das Gesundheitssystem überlasten können. Eine solche Pandemie wirkt unmittelbar auf das soziale und wirtschaftliche Leben aus. Existenzangst und Fehlinformationen tragen zur Verunsicherung der Bevölkerung bei. 

Diese Beschreibung trifft nicht nur auf die Corona-Pandemie zu. Während der spanischen Grippe waren die Menschen ebenfalls angewiesen, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Die damaligen Gesundheitssysteme, ohnehin geschwächt durch die Folgen des Ersten Weltkriegs, kollabierten. Während der 1980er-Jahre hielten Menschen auch ohne staatliche Anordnung   sozialen Abstand zueinander. Zu dieser Zeit kursierte das AIDS-Virus. Es war unbekannt, wie es übertragen wurde. Deswegen bildeten sich Verschwörungstheorien, wonach das Virus aus einem Geheimlabor in den USA ausgebrochen ist. 

Auch wurden bestimmte Gruppen, in diesem Fall Homosexuelle, ausgegrenzt. Zur Anfangszeit wurde Aids fälschlicherweise als Schwulen-Pest bezeichnet. Beispielsweise verwendete das Nachrichtenmagazin “DER Spiegel“ 1983 diesen Begriff auf einem Titelbild. Die Schweinegrippe in 2009/10 hatte enorme Auswirkungen auf die Tourismusbranche und den Einzelhandel, weil Menschen überfüllte Orte vermieden. Bei allen Pandemien waren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Hoffnungsträger, die mit ihrer Expertise politische Entscheidungsträger durch die jeweiligen Krisenzeiten navigierten. In manchen Fällen wichtige Impfstoffe entwickelten, wie beispielsweise bei der spanischen Grippe. 

Trotzdem gibt es bei der Corona-Pandemie einen wesentlichen Unterschied: Daten, ihre Analyse und Visualisierung nehmen in der aktuellen Krise gleich mehrfach eine herausragende Rolle ein. Sie helfen der breiten Bevölkerung die komplexen Vorgänge in der Pandemie verständlich zu vermitteln. Die Pandemie selbst stellte vor die Herausforderung, nicht nur die Beschäftigten dezentral zu organisieren, sondern auch Daten und Informationen ebenso dezentral zur Verfügung zu stellen, damit sie ihre Aufgaben erledigen konnten. Die Digitalisierung erlebt eine extreme Beschleunigung. Innerhalb dieser Entwicklung hat BI an Bedeutung dazu gewonnen, auch wenn aktuell viele Projekte pausiert werden.

BI-Anbieter ebenfalls Betroffener der Pandemie

Wie andere Unternehmen auch sind auch die BI-Anbieter von der Corona-Krise betroffen. Auftraggeber müssen Angestellte auf Homeoffice umstellen, die digitale Rekrutierung erweist sich, als umständlich und soziale Kontakte leiden. Auch hier muss man mit krankheitsbedingten Ausfällen rechnen. Laut einer Studie des Business Application Research Center (BARC), mussten deswegen 56 Prozent von 700 Unternehmen BI Projekte anhalten oder verschieben. Andere Gründe dafür waren, dass viele Unternehmen ihre Prioritäten umdenken müssen. Dabei rückt BI oft in den Hintergrund. Aus dem Grund verringern 57 Prozent der Unternehmen einer Dresner Umfrage ihr BI-Budget, beispielsweise um Profitverluste in anderen Bereichen auszugleichen. Außerdem mangelt es oft an fachlichen Expertisen, Zeit und personellen Ressourcen, um Projekte weiterzuführen und Investitionen aufrecht zu halten. Auch Gartner erwartet eine generelle Verringerung der IT-Ausgaben von bis zu 300 Milliarden Dollar weltweit.

Konferenzen, Tagungen und Seminare über BI und Analytik müssen in den virtuellen Raum verschoben werden. Zwar offenbaren sich hier aufregende neue Möglichkeiten, die Umstellung geht allerdings mit gewaltigen Umplanungen und Neuorganisationen einher. Das DATAfestival zum Beispiel, sollte ursprünglich im März stattfinden, wurde allerdings um fast ein halbes Jahr verschoben. Es war durchgängig ungewiss, welche neuen Beschränkungsmaßnahmen verkündet werden könnten, die der Planung wieder Einhalt gebieten.

Andererseits sind viele Unternehmen sind vor die Herausforderung gestellt, ihr Geschäft schneller zu digitalisieren. Die Umstellung bereitet nicht nur technische Probleme. Erst musste viel Akzeptanz bei den Beschäftigten aufgebaut und sie darin motiviert werden, neue Routinen im Arbeitsalltag zu entwickeln. Insgesamt stellt die beschleunigte Digitalisierung in den Unternehmen eine Chance für die Unternehmen dar. 

BI als Krisenbewältiger

Studienergebnisse zur Nutzung von BI-Anwendungen während der Pandemie ähneln der Finanzkrise von 2008. Schon damals zeigte sich in einer Studie des Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), dass digitalisierte Unternehmen langfristig höhere Überlebenschancen in Krisensituationen haben. Damals war von „Resilienz“ die Rede; ein Begriff der auch immer öfter mit der Corona-Krise in Verbindung gebracht wird. 

Resilienz ist die Fähigkeit von Unternehmen nach Störungen und Belastungen wieder in das Ausgangsstadium zurückzukehren. Um ein resilientes Unternehmen zu schaffen, erfordert es ordentliche Vorausplanung. BI schafft dazu einen Teil der Grundlage. Indem die betriebliche Datenhaushalt in Ordnung gebracht wird. Hierauf können datenbasierte „was wäre wenn“-Szenarien und Prognosen erstellt werden. Diese bereiten auf die Anpassung an Krisensituationen vor.

Studien zeigen, dass Unternehmen mit erfolgreichen BI Initiativen und digitalisierten Geschäftsprozessen und -modellen bisher besser durch die Corona-Pandemie kamen. Bei ihnen wurden auch die wenigsten Projekte verzögert oder pausiert. Im Gegenzug berichten Unternehmen mit erfolglosen Initiativen, dass sie hart von den Auswirkungen der Pandemie betroffen sind. Dabei ermöglichen Daten innerhalb des Unternehmens eine bessere Kommunikation und schnellere Entscheidungen. Ein digitales Unternehmen erlaubt zusätzlich, dass weltweite Geschäftskontakte an Sitzungen und Besprechungen teilhaben können. Auch Datentransfers und Koordination entlang Wertschöpfungsketten werden digital besser erfasst.

Generell dient die Corona-Pandemie als Trendbeschleuniger der BI. Cloud BI, zum Beispiel, ist beliebter denn je. In BARCs Trend Monitor erringt Cloud BI seine bisher höchste Platzierung. Wegen erhöhten Anforderungen an Flexibilität und Geschwindigkeit, bewegen Unternehmen ihre IT-Systeme aus hausinternen Datenzentren in die Cloud. Dies ermöglicht einen orts- und zeitunabhängigen Zugriff. Zusätzlich können Kosten dadurch erspart werden.

Doch nicht nur Entscheider in Unternehmen erleben den Wert der Daten. Noch nie zuvor war der Informationsdrang der Allgemeinbevölkerung so hoch wie zur Corona-Krise. Newsfeeds werden immer wieder aktualisiert, auf der Suche nach den neuesten Pandemie-Entwicklungen. Dafür werden internationale Krisendaten durchgängig gesammelt und der Bevölkerung zu Verfügung gestellt. Da sie von den Informationen regelrecht überschüttet wird, ist es notwendig sie zu strukturieren und verständlich zu machen. Am besten gelingt dies durch Dashboards zur Datenvisualisierung. Die Informationen und ihre Darstellung sind essenziell um bei der Bevölkerung Verständnis für die Maßnahmen der Politik geschaffen.

Fazit: Dank BI die Krise überstehen?

Genau wie andere Branchen ist die BI und Analytik von der Corona-Pandemie betroffen. Jedoch ist nicht alles verloren, denn BI entpuppt sich zugleich als das wichtigste Werkzeug in der Bewältigung der Krise. Insgesamt bleiben BI und Analytik-Experten optimistisch. In einer Studie von Sisense empfinden 49 Prozent der Unternehmen Analytik „wichtiger“ oder „viel wichtiger“ als vor der Pandemie. Ganze 79 Prozent denken, dass sie dank BI diese Krise überstehen werden.

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