Datenschutz, digitaler Machtmissbrauch, neuartige technologische Möglichkeiten: Die aktuelle digitale Transformation bringt für Unternehmen eine neue Art der Verantwortung mit sich, die sogenannte Corporate Digital Responsibility (CDR). Das digital-ethische Handeln wirft für viele Unternehmen nie da gewesene gesellschaftliche und ethische Fragen auf.

Corporate Digital Responsibility: Schönfärberei muss ein Ende haben

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Datenschutz, digitaler Machtmissbrauch, neuartige technologische Möglichkeiten: Die aktuelle digitale Transformation bringt für Unternehmen eine neue Art der Verantwortung mit sich, die sogenannte Corporate Digital Responsibility (CDR). Das digital-ethische Handeln wirft für viele Unternehmen nie da gewesene gesellschaftliche und ethische Fragen auf.

Wie gut schaffen es Unternehmen, den Ansprüchen von ihren Nachhaltigkeitsberichten gerecht zu werden? Das bewerten das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und die Unternehmensvereinigung Future in einem regelmäßigen Ranking der Nachhaltigkeitsberichte. Für das Ranking 2021 wurde ein aktualisiertes, erweitertes und verschärftes Kriterienset aufgesetzt, das nun zum Einsatz kommt. Parallel wird eine Untersuchung zu Corporate Digital Responsibility durchgeführt.

Wie die Nachhaltigkeitsberichterstattung einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess in Richtung Nachhaltigkeit befördern kann, erklärt Projektleiter Dr. Christian Lautermann vom IÖW: „Die Unternehmen gehen eine Selbstbindung ein, wenn sie ihre Ziele, Maßnahmen und Leistungen in Sachen Nachhaltigkeit veröffentlichen. Dies bietet der Öffentlichkeit die Möglichkeit, die Strategien von Unternehmen kritisch zu bewerten und zu kommentieren – so müssen sich Unternehmen dem Dialog stellen.“ Hier setzt das Ranking an: Es prüft die Voraussetzungen dieses Dialogs, indem es die Maßstäbe für eine gute Berichterstattung definiert und deren Einhaltung in der Berichtspraxis bewertet.
 
Dass die Klimabilanz von Unternehmen in den letzten Jahren immer mehr an öffentlichen Interesse gewonnen hat, ist an Unternehmen nicht vorbeigegangen. So kann eine positive Klimabilanz und eine nachhaltige Einstellung im Unternehmen sogar einen Wettbewerbsvorteil bedeuten. Diesen Eindruck teilt auch Prof. Dr. habil. Frank Keuper. Der Managementberater und Wissenschaftler ist sich sicher, dass ethisches und nachhaltiges Handeln von Unternehmen keine Abkehr vom Gewinnprinzip darstellt. „Unternehmen können sich aufgrund der erhöhten Sensibilität für ethisches Handeln nicht mehr leisten, Gesellschafts- und Umweltrisiken zu externalisieren, also auf die Gemeinschaft abzuwälzen“, betont Keuper im Interview für signals.observer.

Neues Ranking – verbesserter Kriterienkatalog

Das Team von IÖW und Future hat nun mit der Bewertung der aktuellen Berichte begonnen. Die besten Berichte werden Anfang 2022 auf einer Fachkonferenz beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales ausgezeichnet, das das Ranking erneut fördert. Das Ranking 2021 hat dafür die bisherigen Kriterien und die Bewertungsmethode umfassend überarbeitet. Neben dem Kriterienset mit Basisanforderungen an eine gute Nachhaltigkeitsberichterstattung sind inzwischen auch die speziellen Anforderungen an einzelne Branchen und an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in aktualisierter Version veröffentlicht.

Die Dokumente „Kriterienset, Methodik und Erläuterungen“ sowie das „Vollständiges Kriterienset für alle Branchen und KMU“ des Rankings stehen hier zum Download zur Verfügung.

Für die Überarbeitung der Kriterien war maßgeblich, wichtige Themen aus aktuellen Nachhaltigkeitsdiskursen aufzugreifen und relevante Entwicklungen in der Nachhaltigkeitsberichterstattung zu berücksichtigen. So will die EU beispielsweise bis 2050 klimaneutral werden. „Da sich auf EU-Ebene in Sachen Sustainable Finance und Sustainable Corporate Governance viel tut, haben wir die Anforderungen an die Berichterstattung hier erweitert. Auch die Anforderungen an die politische Verantwortung, insbesondere von Großunternehmen im Bereich Lobbying, wurden verschärft. Und im zweiten Jahr der Corona-Pandemie erschien es uns selbstverständlich, für die Nachhaltigkeitsberichterstattung auch Anforderungen an den verantwortungsvollen Umgang mit den Pandemiefolgen zu stellen“, fügt Co-Projektleiter Dr. Udo Westermann von Future über die Schwerpunktsetzungen im Ranking 2021 hinzu.

Über das Ranking
 
Das Ranking der Nachhaltigkeitsberichte von IÖW und Future bewertet und prägt seit 1994 die Berichterstattung deutscher Unternehmen über ihre sozialen und ökologischen Herausforderungen und Aktivitäten. Es ist eine der weltweit ersten und umfassendsten kriteriengestützten Bewertungen von Berichten, in denen Unternehmen auf freiwilliger Basis ihre ökologischen und sozialen Aktivitäten und Leistungen darstellen. Das Ranking der Nachhaltigkeitsberichte arbeitet unabhängig und wird mit Unterstützung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales durchgeführt. Die bewährten Qualitätsmerkmale gelten auch im elften Jahr: Unabhängigkeit der Bewerter:innen, Transparenz der Bewertungskriterien und -verfahren, Einbeziehung von Anspruchsgruppen, umfassender best-practice-orientierter Ansatz sowie wissenschaftliche Expertise und langjährige Erfahrung.
 
Weitere Informationen zum Ranking der Nachhaltigkeitsberichte sowie ein Überblick über die Ergebnisse bisheriger Rankings: www.ranking-nachhaltigkeitsberichte.de
 
IÖW/future (Hrsg., 2021): Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Kriterien und Bewertungsmethode im Ranking der Nachhaltigkeitsberichte 2021 von IÖW und future, Berlin/Münster. Download PDF.

Am Puls der Zeit: Start einer empirischen Analyse zu Corporate Digital Responsibility

Da die Digitalisierung für Unternehmen neue gesellschaftliche und ethische Fragen aufwirft, setzt sich das IÖW in diesem Jahr besonders mit dem Thema Corporate Digital Responsibility auseinander. Hierfür wird eine empirische Analyse der Nachhaltigkeitsberichte durchgeführt, die im Ranking 2021 dabei sind. Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen untersuchen, wie Unternehmen Digitalisierung und Nachhaltigkeit zusammenbringen und welche Digitalthemen die Unternehmen unter den Gesichtspunkten gesellschaftlicher Verantwortung und Nachhaltigkeit behandeln. Welche Lücken gibt es und welche Branchen sind aktiv dabei, Digitalverantwortung zu übernehmen? Die Ergebnisse der Untersuchung werden Anfang 2022 als Grundlagenstudie zu Corporate Digital Responsibility veröffentlicht. (iöw/iovolution.de/futureorg/signals)

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