Bei der Digitalisierung sieht eine ifo-Studie im Auftrag der IHK für München und Oberbayern viel Handlungsbedarf für die neue Bundesregierung. So schneidet Deutschland im internationalen Vergleich bei der Digitalisierung bisher bloß mittelmäßig ab. Das Team von Iovolution.de hat die wichtigsten Erkenntnisse der Studie für Sie zusammengefasst.

Forscher fordern: Digitalkompetenzen im Bildungssystem fördern

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Bei der Digitalisierung sieht eine ifo-Studie im Auftrag der IHK für München und Oberbayern viel Handlungsbedarf für die neue Bundesregierung. So schneidet Deutschland im internationalen Vergleich bei der Digitalisierung bisher bloß mittelmäßig ab. Das Team von Iovolution.de hat die wichtigsten Erkenntnisse der Studie für Sie zusammengefasst.

„Damit Deutschland ein führendes Innovationsland bleibt, muss die Regierungskoalition jetzt dringend die notwendigen Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche digitale Transformation in den kommenden Jahren setzen“, sagt IHK-Präsident Klaus Josef Lutz. „An etlichen Stellen liegt es allerdings auch an den Unternehmen selbst, die Chancen der Digitalisierung in ihrer ganzen Breite zu erkennen und zu nutzen.“ Großer Nachholbedarf bestehe vor allem bei digitalen Dienstleistungen der öffentlichen Verwaltung sowie bei der digitalen Innovationsfähigkeit der Betriebe.

Auch alle anderen in der Studie „Benchmarking – Digitalisierung in Deutschland“ untersuchten Digitalisierungsfelder müssten angepackt werden. Die Wirtschaft werde durch einen zu engen Regulierungsrahmen für digitale Innovationen sowie durch fehlende digitale Kompetenzen behindert. Verbreitete Datenschutz-Bedenken und schwacher digitaler Gründergeist bremsten den überfälligen digitalen Aufbruch.

Digitale Kompetenzen mittelmäßig

Deutschland liegt bezüglich digitaler Kompetenzen der Bevölkerung meist im Mittelfeld. Damit sollte man sich nicht zufriedengeben. Deutschlands Wohlstand als entwickeltes Industrieland beruht doch zu großen Teilen auf technologischen Fortschritten oder Innovationen. „Um an den Chancen und Möglichkeiten, die die Digitalisierung in allen Bereichen von Gesellschaft und Wirtschaft bietet, teilhaben zu können, sind digitale Kompetenzen nötig“, heißt es in der Studie. Dies beinhaltet unter anderem Anwendungskompetenzen, wie neue Kommunikationswege, Plattformen und Geschäftsmodelle nutzen zu können. Auch erwähnt sind „weitergehende digitale Kompetenzen“, wie Programmieren oder digitale Geschäftsprozesse implementieren zu können.
 
Digitale Kompetenzen können im Laufe des gesamten Lebens erworben werden, beispielsweise an Schulen und Hochschulen sowie durch Eigeninitiative oder im Berufsleben. Jedoch erreichen unter anderem die Branchen Baugewerbe, Einzelhandel, Beherbergung sowie Dienstleistungen bezüglich ihrer Kompetenzen und Weiterbildungen nur unterdurchschnittliche Werte. Auch deutsche Schüler und Schülerinnen schneiden im internationalen Vergleich bloß mittelmäßig. Grund dafür: Mangelhafte IKT-Ausstattung in den Schulen und fehlende Kompetenzen der Lehrkräfte. Mehr Kontakte mit Information- und Kommunikationstechnologien (IKT) in Schulen könnten mehr Abiturienten und Abiturientinnen dazu bewegen, sich für einen Studiengang in diesen zu entscheiden.
Über die Studie
 
Falck, Oliver / Czernich, Nina / Pfaffl, Christian / Ruthardt, Fabian / Wölfl, Anita
ifo Institut, München, 2021.
Die Studie steht Ihnen hier zum Download zur Verfügung.

Digitale Dienstleistungen der öffentlichen Verwaltung unterdurchschnittlich

Unterdurchschnittlich schneidet Deutschland im internationalen Vergleich des ifo Instituts vorrangig bei digitalen Dienstleistungen der öffentlichen Verwaltung ab. Nachholbedarf gebe es bei der Nutzerfreundlichkeit der digitalen öffentlichen Dienstleistungen, beim Datenaustausch zwischen den Behörden und bei den digitalen öffentlichen Dienstleistungen für Unternehmen. Hauptursachen hierfür seien fehlende Entscheidungskompetenzen in den föderalen Strukturen, mangelnde innovationsorientierte Beschaffung im öffentlichen Sektor und die fehlenden digitalen Kompetenzen in der öffentlichen Verwaltung.

Von Daten zu digitalen Technologien

Mit der zunehmenden Digitalisierung wächst auch das täglich anfallende Datenvolumen. So soll 2025 die global erstellte Datenmenge mehr als das zehnfache der 2014 erstellten Datenmenge erreichen. Denn: Daten prägen unseren Alltag. Nicht nur privat, auch unternehmerisch entscheiden sie mehr und mehr über Erfolg. So heißt es in der Studie, dass durch sie „bestehende Produkte und Dienstleistungen verbessert werden oder überhaupt erst neu entstehen“.
 
Im europäischen Vergleich profitiert auch Deutschland, neben etwa den USA, überdurchschnittlich stark vom Datenmarkt. So hat der deutsche Datenmarkt 2020 direkt und indirekt mehr als 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts generiert, während es in der gesamten EU nur 3 Prozent waren – Tendenz steigend.
 
Wie erfolgreich ein Land in der Datennutzung ist, um aus ihnen Produkte und Dienstleistungen zu gewinnen oder digital innovativ zu sein, hängt enorm „von der Größe und der Struktur des IKT-Sektors ab“, so die Autoren der Studie. Durchschnittlich tragen in OECD-Ländern IKT-bezogene Branchen zu rund sechs Prozent der Gesamtwertschöpfung bei.

Digitale Innovationen zu selten in marktfähige Geschäftsmodelle umgesetzt

Die Wirtschaftsforscher und -Forscherinnen sehen insgesamt einen großen Hebel in der besseren Anwendung digitaler Schlüsseltechnologien und Daten für neue Produkte und Dienstleistungen. Zu selten würden jedoch digitale Innovationen in marktfähige Geschäftsmodelle umgesetzt. Schwachpunkte seien dabei die seit Jahren rückläufige Gründungsrate in der IT-Branche sowie die untergeordnete Rolle stark skalierbarer, plattformbasierter Geschäftsmodelle.
 
Digitale Anwendungskompetenzen seien zwar insgesamt gut verbreitet, bei den für Innovationen entscheidenden Spitzenkompetenzen schneide Deutschland aber deutlich schlechter ab. Die ifo-Autoren und Autorinnen fordern daher den Ausbau digitaler Kompetenzen im ganzen Bildungssystem, einen vereinfachten Regulierungsrahmen für die Digitalwirtschaft, weniger Bürokratie und bessere Zugänge zu Wagniskapital.
 
Die ifo-Studie mahnt außerdem mehr Offenheit in Bezug auf Datenschutz an. Die Bereitstellung anonymisierter persönlicher Daten beispielsweise durch die öffentliche Hand habe großes Potenzial, Impulse für Innovationen zu geben. Bei der digitalen Infrastruktur wie Breitband und Mobilfunk sieht die Studie noch Lücken, wobei der Ausbauzustand oft besser sei als die öffentliche Meinung vermuten lasse. Teilweise gebe es kein Angebots-, sondern ein Nachfrageproblem, das heißt, vorhandene Infrastruktur werde nicht annähernd ausgeschöpft. Die Gigabit- und 5G-Netze sollten aber dennoch ambitioniert weiter ausgebaut werden. (ifo/futureorg/iovolution)

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