Wer sich mit der Blockchain beschäftigt, hat hohe Erwartungen, so eine neue Bitkom-Studie. 2021 wird die Blockchain in Deutschland als wichtige Zukunftstechnologie betrachtet. Jedoch setzt kaum ein mittelständisches Unternehmen diese Technologie ein. Diese Beobachtung teilt der Blockchain-Experte Dr. Volker Serfling.

Blockchain: Große Erwartungen in deutschen Unternehmen

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Wer sich mit der Blockchain beschäftigt, hat hohe Erwartungen, so eine neue Bitkom-Studie. 2021 wird die Blockchain in Deutschland als wichtige Zukunftstechnologie betrachtet. Jedoch setzt kaum ein mittelständisches Unternehmen diese Technologie ein. Diese Beobachtung teilt der Blockchain-Experte Dr. Volker Serfling.

In der Studie „Blockchain – Wo steht die deutsche Wirtschaft im Jahr 2021?“ wurden im Auftrag des Digitalverbands Bitkom 652 Unternehmen ab 50 Beschäftigten in Deutschland befragt. Das Ergebnis: Nur sieben Prozent der Unternehmen in Deutschland nutzt die Blockchain-Technologie, plant den Einsatz oder diskutiert zumindest darüber – aber bei denen, die es tun, sind die Erwartungen groß.

Blockchain weckt große Erwartungen

So geben 94 Prozent der befragten Unternehmen an, die diese Technologie einsetzen, dass sie mithilfe der Blockchain neue Produkte oder Dienstleistungen anbieten können. Vor drei Jahren lag der Anteil erst bei 82 Prozent. 99 Prozent sagen, dass sie mithilfe der Blockchain bestehende Produkte oder Dienstleistungen anpassen wollen (2018: 98 Prozent). Drei Viertel gehen zudem davon aus, dass die Blockchain es ihnen ermöglicht, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln (2018: 66 Prozent). 
 
„Blockchain gilt bei der Mehrheit der Unternehmen als wichtige Zukunftstechnologie. Deutschland hat es in den vergangenen Jahren geschafft, eine weltweite Vorreiterrolle einzunehmen, unter anderem dank einer eigenständigen Blockchain-Strategie in der vergangenen Legislaturperiode“, sagt Benedikt Faupel, Referent Blockchain beim Bitkom. „Daran gilt es in den kommenden Jahren anzuknüpfen – und mit der Umsetzung von konkreten Anwendungsbeispielen den Einsatz der Technologie voranzutreiben.“

Europäische Projekte für Blockchain-Einsetzung

In Europa florieren mehrere Projekte, die weitere Einsetzungen der Blockchain fördern. So auch in Deutschland. Darunter zählt der Blockchain Europe, der die Entwicklung eines Europäischen Blockchain-Instituts in Nordrhein-Westfalen fördert. Ziel ist es, ein europaweit einzigartiges Institut zu schaffen, das die Digitalisierung in Wissenschaft und Praxis antreiben soll. Das Projekt soll die Arbeit am Wissenschaftsstandort Dortmund ergänzen und an die bereits bestehende Forschungsinfrastruktur des Innovationsökosystems anknüpfen.
 
Wichtiger Antreiber dieser Technologie in Deutschland ist der Blockchain Bundesverband. Dazu hat er das Positionspapier „Roadmap für die nächste Bundesregierung zur Erreichung der Ziele der Blockchain Strategie des Bundes“ veröffentlicht. Dort wird die neue digitale Realität als wichtige Chance für einen digitalen Neustart genannt. Dazu zählen unter anderem dezentrale Protokolle, Kryptoassets und selbst souveräne digitale Identitäten. Deutschland habe dadurch die Möglichkeit, eine nachhaltige, soziale Form der Digitalisierung von Deutschland und Europa aus zu erfinden und in die ganze Welt zu exportieren.

Studie kostenlos herunterladen

Der Studienbericht „Blockchain – Wo steht die deutsche Wirtschaft im Jahr 2021?“ steht zum kostenlosen Download hier zur Verfügung.

Doch was ist Blockchain? Eine große Gruppe in der Bevölkerung stellt diese Technologie mit sogenannten Kryptowährungen gleich. „Dies ist ein großes Missverständnis“, stellt Dr. Volker Serfling klar. Der promovierte Kernphysiker arbeitete beim Logistikunternehmen DHL mit Blockchain. Dabei hat das Unternehmen Prozesse optimiert und den Austausch von Daten ermöglicht. „Die Einsatzmöglichkeiten von Blockchain sind nicht auf sogenannte Kryptowährungen beschränkt. Diese Technologie hilft, Daten zu verschlüsseln und anderen Unternehmen zur Verfügung zu stellen, die sie benötigen.“
 
Blockchain ist häufig Teamwork. Drei Viertel der Unternehmen, die Blockchain im Einsatz haben, dies planen oder diskutieren, tauschen sich dazu mit anderen aus oder kooperieren. Wer sich mit der Blockchain beschäftigt, plant hauptsächlich den Einsatz in den Bereichen Finanzen, Buchhaltung oder Controlling (73 Prozent). Dahinter folgen mit deutlichem Abstand Logistik, Lager und Versand (35 Prozent), Einkauf (34 Prozent) und Produktion (34 Prozent).

Blockchain im Mittelstand selten eingesetzt

Die Studie zeigt trotzdem: Die Mehrheit der deutschen Unternehmen hält Blockchain für wichtige Zukunftstechnologie. Sechs von zehn Unternehmen ab 50 Beschäftigten stimmen der Aussage zu, die Blockchain ist eine der wichtigsten Zukunftstechnologien und wird derzeit stark unterschätzt. Unter Großunternehmen ab 2.000 Beschäftigten sind es sogar 82 Prozent.
 
Vor allem Großunternehmen beschäftigen sich derzeit intensiv mit der Blockchain. Zwei Drittel der Unternehmen mit 2.000 oder mehr Beschäftigen tun dies sehr intensiv. Bei denen mit 500 bis 1.999 Beschäftigten sind es immerhin noch 29 Prozent. Im Mittelstand mit 100 bis 499 Beschäftigten liegt der Anteil mit 15 Prozent deutlich darunter. Nur 9 Prozent der Unternehmen mit 50 bis 99 Beschäftigten setzen sich intensiv mit der Blockchain auseinander.

SAP genügt nicht

 
Es fängt schon damit an, dass Unternehmen ein grundsätzliches Bedenken haben, ihre Daten mit anderen Unternehmen zu teilen. Dies sei jedoch weniger problematisch, ist Serfling überzeugt. „Mit Blockchain werden diese Daten verschlüsselt, anonymisiert und für andere Unternehmen verfügbar gemacht. Es gibt Daten, die ein Unternehmen nicht benötigt. Sie sind aber für ein anderes goldwert.“ Er meint damit: Der Datenmüll des einen, kann der Datenschatz des anderen sein. „Ein Flugreisenveranstalter benötigt Daten aus der Flugzeuginstandhaltung nicht. Für Flugzeugbauer können sie wichtig sein. Es sind Daten, die unter realen Bedingungen erhoben wurden.“
 
Trotzdem wirkt Serfling ein wenig frustriert. Trotz der vielfältigen Chancen, die Blockchain biete, entspricht seine Erfahrung den Erkenntnissen aus der Bitkom-Studie. „Viel zu wenige Unternehmen erkennen diese Potenziale.“ Der Kernphysiker macht viele Ursachen dafür aus: „Allen voran, das Thema ist viel zu komplex. Den Entscheidern in Unternehmen fehlt daher das nötige Bewusstsein.“ Läge ein solches Mindset in der Führungsetage vor, dann scheitere diese Technologie schließlich an der nötigen Infrastruktur. „Ein gutes Business Intelligence-System ist ein Anfang, aber lange nicht ausreichend. SAP genügt nicht. Auf das Silo-Denken im Unternehmen folgen die Datensilos, die den Einsatz von Blockchain behindern.“ (bitkom/futureorg/iovolution)

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